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Antisemitismus

Er ist weiter verbreitet, als man glaubt. Oft findet er verdeckt statt - während er öffentlich immer mehr verurteilt wird (was ja auch gut so ist), äußert er sich entsprechend immer subtiler. Im Kleinen, durch Anspielungen etwa, wo er nicht sofort bemerkt wird; erst wenn man genauer hinhört oder hinterfragt. Oder durch Tabubrüche / indem bewusst provoziert wird, wie der Jenaer Wissenschaftler Wolfgang Frindte meint: "Öffentlich inszeniert sich der moderne Antisemitismus vorzugsweise durch Tabubrüche wie einst die Flugblattaffäre von Jürgen Möllemann."

Frindte weiter: "Nicht selten wird der Antisemitismus durch Kritik an Israel verschleiert, um sich somit politisch korrekt äußern zu können." Das soll aber nicht heißen, jede Kritik an Israel hätte einen antisemiten Hintergrund. Denn vieles, was kritisiert wird, ist doch durchaus kritikwürdig, so lange die Kritk sachlich ist und sich auf konkrete Sachverhalte und Handlungsweisen bezieht. Jedoch (so differenziert es Frindte): "Moderner Antisemitismus gipfelt in der Gleichsetzung der Palästinenserpolitik mit der Judenpolitik der Nazis."

Antisemitische Einstellungen finden sich in allen Schichten, sind also längst keine Frage der sozialen Situation oder des Bildungsstandes. Das finde ich besonders alarmierend!
Eine Gruppe von Forschern an der Uni Jena hat vor kurzem eine Stuide durchgeführt, in der mehr als 400 Personen 30 Eigenschaften vorgelegt bekamen, die sie bestimmten religiösen Gemeinschaften zuordnen sollten (oder auch nicht). Man wollte herausfinden, inwiefern die Menschen von Vorurteilen geprägt sind.
Den Juden schrieben die meisten folgende Eigenschaften zu: Sie seien erfolgreicher, ehrgeiziger und klüger. Das hört sich ja sehr schmeichelhaft an. ABER als negative Eigenschaften wurden auch Raffgier, Geiz und Unversöhnlichkeit genannt.


Quelle: Dürener Zeitung

Karin 28.11.2006, 07.16

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Kommentare zu diesem Beitrag

2. von Vodia

zu meinem vorherigen Kommentar möchte ich noch anmerken, dass ich mir schon irgendwie gedacht habe um viertel vor drei in der Nacht und mit "bisserl" Rotwein in der Birne, dass mit meinen Palästinensern irgendwas nicht stimmt, *ggg* nur WAS sehe ich erst jetzt :-) würdest das bitte richten!
diesen Kommentar brauchst nicht online stellen.
Danke
V. :kringel:

vom 29.11.2006, 20.45
Antwort von Karin:

Schon korrigiert. Macht ja nichts! :)
Alle Menschen machen Fehler - da sind Rächtschraibfehlor (das habe ich extra so geschrieben) doch harmlos. :)

1. von Vodia

das ewige Opfer!

ich finde es zwar stark übertrieben, wenn man die Palästinenserpolitik mit der Judenpolitik der Nazis gleichsetzt, doch kritiklos möchte ich das was die Juden mit den Palästinensern machen nicht stehen lassen.

Das macht mich aber nicht zur Antisemitin, denn die Palästinenser sind auch Semiten!

vom 29.11.2006, 02.45
Antwort von Karin:

Ich persönlich stehe der Aussage des Herrn Professors (oder was für einen Titel er auch immer bekleidet) auch sehr kritisch gegenüber und sehe das so wie Du. Wenn ich bestimmte Dinge in der Politik Israels ablehne, macht mich das noch lange nicht zur Antisemitin.
Genausowenig wie ich als antiamerikanisch gelten kann, wenn ich es nicht gutheißen kann, wie sie sich immer nur auf die Seite der Israelis stellen, ohne die andere Seite zu beachten. Oder wenn ich den Irakkrieg und allgemein in vielen Punkten das außenpolitische Verhalten des US-amerikanischen Staates kritisiere, oder wie sie mit Kriegsgefangenen umgehen...

Nochmal zum Thema Israel und Palästina: Im Übrigen gibt es auch sehr gute Projekte, die zur besseren Verständigung beider Völker beitragen können - erst neulich habe ich in einer Fernsehsendung von einer israelisch-palästinensischen Schuleinrichtung erfahren, wo beide zusammen unterrichtet werden. Manche Kurse finden auf Palästinensisch, andere auf Israelisch statt. Inzwischen gibt es haben sie schon mehrere Schulen im Land verteilt eingerichtet, wo etwa 800 Grundschüler hingehen - der Andrang ist sogar so groß, dass es ihnen nicht möglich ist, alle aufzunehmen, weil zuwenig Plätze da sind.

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