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Wie träumen Blinde?

Die Frage kam mir heute ganz spontan beim Lesen. Und nein, das Gelesene hatte überhaupt nichts mit Blinden zu tun, aber schon mit Träumen im weitesten Sinne.

Wenn jemand von Geburt an blind ist und somit nicht weiß, wie die Dinge aussehen, liegt es nahe, dass sie auch nicht in farbigen Bildern träumen, sondern nur so, wie sie auch im wirklichen Leben wahrnehmen: Mit Ertasteten, Gehörtem, Geschmecktem, Gerochenen und Gefühltem.

Aber das stimmt nicht ganz. Ich habe ein wenig gegoogelt und dabei hier etwas Interessantes gefunden:

"Sie sind in der Lage, Personen oder Gegenstände, die im Traum vorgekommen sind, zu zeichnen - wenn auch einigermaßen ungelenk."
Zugleich konnten die Mediziner anhand der im Schlaflabor aufgezeichneten Hirnströme erkennen, dass die für die Verarbeitung optischer Sinneseindrücke zuständigen Bereiche der Hirnrinde während dieser Träume aktiv sind.
"Das bedeutet", erklärt Wiegand, "dass von Geburt an blinde Personen über die anderen Sinneskanäle so viele Informationen über die Beschaffenheit, äußere Form etc. von Gegenständen und Personen erhalten, dass das Gehirn selbständig in der Lage ist, daraus quasi einen Seheindruck zu 'produzieren' und auch als Zeichnung wiederzugeben."

Schade nur, dass Blinde wohl nie im Traum etwa die Landschaften werden sehen können, über die sie evtl fliegen (also Dinge, deren Form man nicht ertasten kann, so sie denn eine haben).
Dafür spüren sie den Luftzug auf der Haut, riechen den Blumenduft von dem Feld, über dem sie fliegen, oder die frische Brise, hören vielleicht Vogelgezwitscher oder den Widerhall ihrer eigenen Stimme... Wenn man es sich recht überlegt, ist das nicht auch sehr viel intensiver als "einfach nur" zu sehen und die restlichen Eindrücke eher so nebenbei zu erleben?

Ts, ich weiß, ich komme manchmal auf Gedanken, die sich andere gar nicht erst machen. Aber ist das nicht besser, als immer nur über Petrus zu jammern, der sich nicht schämt, die Fensterscheiben seit Tagen schon regen-blind zu machen? Man muss dem ja was entgegensetzen. 

Karin 29.09.2007, 20.25

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Tirilli

Hallo Karin!
Das ist wirklich sehr interessant! Auch ich mache mir solche Gedanken. Immer wieder denke ich, den Sehsinn dem Hörsinn notfalls vorzuziehen. Obwohl ich Musikerin bin. Ich habe mich allmählich zum visuellen Menschen entwickelt. Die Schönheit in der Natur ist Nahrung für die Seele.
Musik genau so, aber die könnte ich auch nur innerlich hören. Menschliche Ausdrucksweise allerdings nicht, keine Zwischentöne, das wäre ein unglaublicher Verlust.
Möge die Zeit nie kommen, wo wir auf einen Sinn etwa verzichten müssten.
Liebe Grüße!
Tirilli

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