Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Ansichten

Ab morgen ist es wieder soweit: Nervige Sommerzeit!

Was ich davon halte (nämlich NICHTS) und warum, hatte ich im Rahmen der letzen Umstellung der Uhrzeiger schon einmal dargelegt.

Die Sinnlosigkeit der Uhrenumstellung wird übrigens meiner Meinung nach gut in diesem satirischen Video zum Ausdruck gebracht (Schmunzeln erlaubt):



Leider sind wir in der Gesellschaft dennoch gezwungen, uns ihr zu beugen und unsere inneren Uhren verbiegen zu lassen, so lange sie besteht. Auch die langfristigen, mitunter sicherlich auch akuten gesundheitlichen und sicherheitstechnischen Folgen (Sekundenschlaf im Auto wegen Übermüdung usw.) werden wir und die anderen Lebewesen in unserem Umfeld wohl oder übel in Kauf nehmen müssen.

Die einzigen, die davon verschont bleiben, sind die, die völlig abgeschottet oder aber in der freien Natur leben, fernab der Zivilisation. Ich will nicht sagen, dass ich aus meiner Perspektive mit ihnen tauschen würde. Ich würde nicht das Internet, Telefon und andere Formen der modernen Fernkommunikation gegen urzeitliche und umständlicher herzustellende Rauchzeichen wechseln wollen geschweige denn auf bestimmte Annehmlich- und Bequemlichkeiten des zivilisierten Lebens verzichten, die den Alltag, den Haushalt, die Erfüllung der existenziellen Bedürfnisse einfacher machen, den Komfort steigern... und Zeit sparen.

Genau aus diesem Grund - weil Zeit so kostbar ist - werde ich niemals aufhören, dagegen zu protestieren, dass mir Jahr für Jahr mit dem Beginn der Sommerzeit MEINE natürliche Zeit gestohlen wird. Dass man mir damit eine künstliche Zeit aufdrückt.
Deshalb werde ich nicht müde, auf die vielen Nachteile der Sommerzeit für den Menschen und sein Umfeld hinzuweisen.
Wer weiß? Wenn die Diskussion gebetsmühlenartig immer und immer wieder auflebt, werden diese "Gebete" für die Abschaffung von den Herren Politikern dort oben vielleicht irgendwann erhört. *Sarkastischer Modus on*
Allerdings müsste diese Diskussion dann auch am besten international geführt werden und übergreifen.

Um meiner Meinung besonderen Ausdruck zu verleihen, aber auch diesbezüglich Gleichgesinnte zu finden, Argumente zu sammeln und eventuell über das Thema zu diskutieren, habe ich jetzt auf Facebook eine Gruppe zu diesem Thema gegründet.

Dies ist mein dortiges Statement in der Beschreibung (zugegeben vielleicht etwas polemisch, aber es soll ja auch zur Diskussion anregen):

"Ich bin dafür, dass die Sommerzeit abgeschafft gehört.

Sie ist eine unnatürliche Zeit, welche den inneren Rhythmus vieler Menschen durcheinander bringt. Sie kann zu mehr Stress, zu Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus und anderen Gesundheitsschäden führen. Dies wiederum verringert nicht zuletzt die Leistungsfähigkeit und Produktivität, aber auch die Aufmerksamkeit, was beispielsweise auch im Straßenverkehr gefährlich sein kann.

Aber nicht nur die Menschen - auch die Tiere, die in der Nähe oder bei Menschen leben, werden durch die Sommerzeit beeinträchtigt. Anders als die Menschen verstehen die Tiere - und andere Lebewesen, Pflanzen - diesen Umstand nicht und haben somit keine Gelegenheit, sich richtig darauf einzustellen. (Der Hund merkt z. B. nur, dass Herrchen eine Stunde früher mit ihm rausgeht, während er womöglich noch im Halbschlaf ist und keine Lust hat, weil seine Zeit eigentlich noch nicht ist.)

Das Argument, man hätte durch die Sommerzeit die Möglichkeit, den Tag bzw. den Abend durch die "längere" Tageshelligkeit besser zu nutzen, wird dadurch kompensiert, dass die Menschen durch das frühere Aufstehen spätestens am Nachmittag zu müde sind, um mehr aus dem Tag zu machen, als sie es ohnehin tun würden.

Und dass angeblich Energie damit gespart werden soll, ist auch längst widerlegt."

Dass meine Thesen nicht ganz aus der Luft gegriffen sind bzw. meine Ansicht von wissenschaftlicher Seite gestützt wird, zeigt dieses Interview des P. M. Magazins mit einem Psychologie-Professor:



Wie denkt Ihr darüber?

Karin 27.03.2010, 13.57 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL

Manipulation in den Medien

Da ich in diesem Beitrag meinen Schwerpunkt anders verlagert hatte, möchte ich nun noch etwas speziell zur Medienmanipulation loswerden.

Übrigens bezeichnend, dass mir dieser Einfall ausgerechnet beim Radiohören kam...

Manipulation in den Medien muss nicht unbedingt erst da beginnen, wo Falschmeldungen in Umlauf gebracht werden.
Fängt sie nicht eigentlich schon bei der Selektion von Nachrichten an?

Dass die jeweiligen Medien das bringen, was SIE für wichtig erachten, und nicht unbedingt das, was für die Allgemeinheit von Belang wäre (Im Fernsehen sieht man es besonders oft), bedeutet für sich noch keine Manipulation, sondern "lediglich" eine Beeinflussung der öffentlichen Meinung.
Außerdem MUSS man ja auswählen, weil man gar nicht alle Informationen unter einen Hut bringen könnte. Logisch, dass diese Auswahl je nach Standpunkt anders ausfällt. Deshalb hat man ja die Möglichkeit, sich über verschiedene Medien auf dem Laufenden zu halten, und kann sich entscheiden, welche Medien man darunter auf Dauer favorisiert (natürlich ! hängt das auch von den eigenen Ansichten ab! Wie sollte man sonst in der Informationsflut seinen Kopf bewahren?).
Zur Manipulation kann diese Nachrichtenselektion der Medien jedoch werden, wenn ganz bewusst etwas berichtet wird, um etwas anderes - Unangenehmeres oder für gewisse Lobbygruppen Peinliches - zu vertuschen.
Ich denke, die wirkungsvollste und damit gefährlichste Form der Manipulation ist nicht das Verbreiten von Lügen (auch wenn das noch so verheerend ist) - sondern das Verschweigen.
Umso schlimmer, als dass man dagegen am wenigsten etwas tun kann (Lügen hingegen können immer noch aufgedeckt werden, wenn jemand sie hinterfragt und offenlegt). Es sei denn, man arbeitet beim Fernsehen, oder man ist Journalist. Oder hat einen guten Freund, der in der Politik ist (was wohl relativ unwahrscheinlich ist, sofern man nicht selbst in dieser Szene mitmischt ;-)).

Karin 15.08.2007, 17.54 | (0/0) Kommentare | PL

Tiere und Menschen - Freiheit

Ganz davon abgesehen, dass es eine Kunst ist, eine gute Tierdoku zu drehen, zumal es sehr viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen erfordert, die Tiere im Einklang mit der Landschaft ins rechte Licht zu rücken, ohne dass diese schreiend weglaufen:

Es macht mir einfach Freude, mir ab und zu einen Tierfilm anzusehen.
Warum ist das so?

Nun, zum Einen ist es beruhigend zu sehen, dass in der Natur alles noch seine Ordnung hat - so lange der Mensch (jenes Wesen, das sich schon seit Jahrtausenden verzweifelt bemüht, immer weiter davor davonzulaufen) nicht darin eingreift statt MIT ihr zu leben.

Andererseits wird beim Beobachten des Verhaltens unserer Mitbewohner auf diesem Planeten auch deutlich, wie sehr die Tiere doch in vielen Bereichen dem Menschen ähneln. Nur gehen sie oft anders damit um.
Rivalität und Eifersucht münden im Tierreich, ist der klärende Kampf erst einmal ausgefochten, meist im Frieden - sie akzeptieren die (neue) Situation. Bis zum nächsten Konflikt, der sich dann wiederum um etwas ganz anderes dreht, und in der Regel nicht tödlich endet - so gefährlich es je nach Tierart auch manchmal von außen aussieht.
Die Menschen hingegen hauen weiter drauf, auch wenn das Opfer längst am Boden liegt. Und sie sind nachtragend. Sind nicht immer in der Lage, etwas auf sich beruhen zu lassen, wenn die Sache längst begraben ist.

Auch hier zeigt es sich, dass wir Menschen im Grunde einiges von den anderen Tieren (wieder) lernen könnten. Tatsächlich bedeutet das keinen Rückschritt - vielmehr ist es das, wenn manche all das Vernünftige und positiv Menschliche, was wir im Laufe der Zivilisationsentwicklung aufgebaut haben, wieder zunichte machen.

Wenn man sich einen funktionierenden Familienverband einer Herde so ansieht, wird man schnell - zumindest in dem Punkt - zu der Einsicht gelangen:
Tiere sind die besseren Menschen.

Natürlich gibt es auch Aspekte, wo es nach Menschenansicht Zweifel gibt. So erscheint es nicht richtig, ein Jungtier, das schwächelt, allein zurückzulassen, den wilden Feinden ausgeliefert (wie man meint).
Doch auch hier werden die anderen Tiere wohl wissen, was sie tun. Wäre das Jungtier wirklich in Lebensgefahr und wären sie der Meinung, es würde sie nicht wieder einholen können und überhaupt, dass es die Ruhe vielleicht braucht, um sich zu regenerieren - dann hätten sie es sicherlich nicht allein gelassen.
Oder sie haben es in der Hektik (z.B. der Flucht vor einer Gefahr) nicht bemerkt, dass es sich von der Herde entfernt hat.
Oder aber sie haben erkannt, dass sie ihm nicht mehr helfen können. Würden sie bei ihm bleiben, bis es tot ist, würde vielleicht ein Rudel Raubtiere sich auf sie alle stürzen. In dem Fall würde das Wohl aller schwerer wiegen als ein Einzelschicksal, an dem sich nichts mehr ändern ließe.

Fakt ist: An dem Zusammenhalt von Herdentieren könnten wir uns ein Beispiel nehmen.
Aber auch von Einzelgängertierarten könnten wir etwas lernen: Eigenständigkeit. Verantwortung (und Achtung) für uns selbst. Auf unsere "innere Stimme" und unsere eigenen (wahren) Bedürfnisse hören...
Eigentlich haben wir es ja nicht wirklich "verlernt", doch im Trubel des Alltags - oder auch nur unserer Gedanken an nichtige Probleme, die sich vor uns auftürmen - wird es doch allzu häufig übertönt.

Tiere sind die besseren Menschen - man kann es auch umkehren.
Menschen sind die schlechteren Tiere.
Wenn man sich anschaut, wie einige Menschen mit ihrer ach so hochgelobten Freiheit (?) umgehen...
wie sie sich das Recht herausnehmen, anderen ihre Freiheit zu nehmen oder zumindest zu bestimmen, wie die Freiheit anderer zu sein hat...
wie sie sich als Gott aufspielen und über Leben und Tod, Freiheit und (echte oder geistige) Gitterstäbe entscheiden, als wären sie dazu befugt...
dann möchte man sie am liebsten mit einem Tritt in die - tatsächlich - freie Natur befördern, wo sie, wenn sie schön brav ruhig sitzen bleiben, früher oder später einigen freien Wesen begegnen werden. Vielleicht leuchten dem einen oder anderen dann irgendwann ein paar Dinge ein.

Zumindest will ich das hoffen.
Bei besonders hartgesottenen, unverständigen Menschen ist es hingegen wahrscheinlicher, dass sie die Herde zusammentreiben und in ihr Verderben jagen, um sich die Tiere damit untertan zu machen.
Er unterliegt dem Irrglauben, wenn er anderen Wesen ihre Freiheit (und letztendlich wohl auch ihr Leben) raubt, würde er seine eigene Freiheit verteidigen, wenn nicht sogar vergrößern. Er verwechselt Freiheit mit Macht. Macht ausüben, bedeutet für ihn die höchste Freiheit. Dabei übersieht er, dass gerade diese Macht ihn erst recht abhängig macht. Er ist in seinem eigenen Netz gefangen. Einem menschengemachten Netz des Verderbens.
Damit versucht er dem Rest der Schöpfung (am Ende also auch sich selbst) einen Strick um den Hals zu legen. Dieser muss natürlich gut getarnt werden.
Also wird der Strick sinnbildlich mit Zucker eingepudert. Der Zucker, das ist die Illusion, dass es den frei geborenen Tieren in der Obhut des Menschen besser ginge. Sie geben ihnen Futter, das sie nun nicht mehr jagen müssen. Ein Dach über dem Kopf, damit sie nicht draußen in der Nacht frieren müssen...
Dabei verkennen die Menschen, dass die Tiere mit ihrem Leben da draußen vielleicht glücklich waren. Klar, wenn eines krank wurde, konnte ihm nicht geholfen werden - entweder die Selbstheilungskräfte waren stark genug, oder der Tod erlöste es von seinen Leiden. Aber auch das war okay, wurde doch damit auch Platz für die Nachkommen geschaffen.
Massentierhaltung kennt die Natur eben nicht.

Dafür können sich die Tiere dort frei entfalten.
In der Gefangenschaft hingegen verlernen sie es sogar, sich frei entfalten zu wollen. Sie werden bequem und gewöhnen sich so sehr daran, dass man das Gatter entfernen könnte, und sie würden trotzdem an Ort und Stelle sitzen bleiben.
Was also wie ein Geschenk des Menschen aussieht (Fressen, ohne den Hintern dafür erheben zu müssen), entpuppt sich als widernatürlichste Handlung, die man den Tieren antun könnte. Und die Tiere empfinden es irgendwann womöglich nicht einmal mehr als grausam.
Selbst wenn sie eines Tages vollgefuttert auf der Schlachtbank liegen, erscheint es ihnen als das Normalste auf der Welt, vielleicht sogar eine Gnade.

So ist das, wenn die Freiheit durch die Verheißungen eines komfortableren Lebens geopfert wird, und dann aus Bequemlichkeit kein Versuch gestartet wird, sie zurückzufordern. Weil doch alles anscheinend gut so ist, wie es ist.
Nun stellt sich die Frage: Wenn die Freiheit - vielen Menschen übrigens auch - scheinbar so wenig wert sein soll, was ist ihnen dann überhaupt noch wert genug, bewahrt zu werden?

Es gibt eine Art von Freiheit - vielleicht ist dies sogar die einzig wahre! - die sich keiner freiwillig nehmen lassen sollte (und wenn er es doch zulässt, ist er selber Schuld): Die Freiheit des Willens, die in ihm ist und der Schlüssel zu allem ist, was er tut oder sein lässt.
Würde diese geopfert, verschwänden auch alle anderen Freiheiten (und mit ihnen auch die Verantwortung, die damit verbunden ist) aus unserem Leben.
Gerade deshalb darf und kann diese essentielle Freiheit, die Freiheit des Willens, weder wegdiskutiert noch wegrationalisiert werden, wie manche Herrschaften der Wissenschaft es in letzter Zeit immer beharrlicher versuchen.

Karin 13.08.2007, 23.28 | (0/0) Kommentare | PL

"Am Abend wird der Faule fleißig" (?)

Das kommt immer auf die Betrachtensweise an, sowie auch auf den Einzelfall und die Art der Arbeit, die um diese Tageszeit ausgeführt wird.

Bei mir persönlich ist es wirklich so, dass ich für viele geistige Tätigkeiten abends am ehesten den freien Kopf habe. Dazu etwas Musik, um einerseits die grauen Zellen richtig in Schwung zu halten, und andererseits um einen wachen Verstand zu bewahren, den man dafür braucht, sofern man es GUT machen will. Keine anspruchsvolle Musik, die meine Aufmerksamkeit auf diese lenken würde, sondern etwas, das getrost im Hintergrund laufen kann.

Dennoch: Irgendwann muss auch damit Feierabend sein. Dann lasse ich den Abend am liebsten ruhig mit eine Buch ausklingen, das ich dann auch noch mit ins Bett nehmen kann. Das sollte allerdings nicht ZU spannend sein - sonst fällt es mir nämlich schwer, es anschließend beiseite zu legen, und an Schlaf ist dann erst Recht nicht zu denken.

Putzen würde ich allerdings um eine solche Zeit auch nicht wollen. Das erledige ich lieber tagsüber. Bei körperlichen Ertüchtigungen gilt bei mir also nicht: "Am Abend wird der (vermeintlich) Faule fleißig."

Überhaupt mag ich dieses Sprichwort nicht. Jeder hat seinen eigenen Tagesrhythmus; es gibt Morgen-, Nachmittags- und Abendmenschen. Ich gehöre halt zu den Abendmenschen. Das ist so und basta.

Karin 10.08.2007, 23.30 | (4/3) Kommentare (RSS) | PL

Schockvideos zur Unfallprävention???

Unser NRW-Innenminister Ingo Wolf will Straßenverkehrssündern (und solchen, die es werden könnten) künftig Unfallvideos vorspielen lassen, in der vagen Hoffnung, dass diese dadurch vernünftiger fahren würden.

Darüber kann ich persönlich nur lächeln.

In Spanien laufen praktisch permanent Dramen / Unfallbilder über den Fernsehbildschirm (ein Medium, dessen sich dort wohl kaum einer entziehen kann, da in jedem gastronomischen Betrieb 24 Stunden die Kiste läuft).
Und? Verhalten sich die Spanier dadurch - etwa im Straßenverkehr - vorsichtiger? Ich wage es zu bezweifeln.
Eher stumpft man dabei noch ab und macht einfach weiter wie bisher.

Also, das mit den blutigen Videos als Prävention (?) ist meiner Ansicht nach Schwachsinn und nützt gar nichts.

Was meint Ihr?

Karin 03.08.2007, 01.00 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Mit gemischten Gefühlen

... jedoch sehr stark zum "Um Himmels willen - nein!" hin tendierend, betrachte ich Zypries' Vorstoß, die Kronzeugenregelung im Falle von Ermittlungen um terroristische oder organisiert-kriminelle Straftaten wieder einzuführen.

Es leuchtet mir ein, dass es in der Tat schwer ist, in diesen Kreisen zu ermitteln.
Aber deshalb den Straftätern Strafmilderung versprechen, damit sie aussagen???
Damit kommt man ihnen doch praktisch noch entgegen und tut ihnen einen Gefallen!!!
Und mit Gerechtigkeit hat das meiner Ansicht nach überhaupt nichts zu tun - denn während der Haupttäter, der womöglich dieselbe Schandtat vollbracht hat wie der Kronzeuge, das volle Strafmaß bekommt, ist der Kronzeuge im Vergleich fein raus.
(Ob er wohl deshalb KRONzeuge genannt wird? Jedenfalls finde ich kaum einen Namen so UNpassend wie diesen - der Ausdruck wirkt so, als würde man ihn damit noch ehren. ;-))

Auch in fachlichen Juristenkreisen ist man oft eher kritisch dazu eingestellt: So heißt es in dem Lösungshinweis zu diesem hypothetischen Fallbeispiel aus einer Uniklausur:

"Die empirischen Erfahrungen mit § 31 BtMG sprechen jedoch gegen eine Wirksamkeit dieser Regelung. Ihre Anwendung führt regelmäßig bloß zu einer Strafmilderung, nur in 3,7 % der Fälle führt § 31 BtMG allein zur Aufklärung. Der Prozentsatz der Falle, bei denen die Anwendung der Kronzeugenregelung neben anderen Beweismitteln zur Aufklärung führt, ist noch geringer. Die ausländischen Erfahrungen (als Beispiele wurden zuvor die USA, Irland und Italien genannt, Anm. der Zitierenden) sind wegen der Verschiedenheit der Rechtssysteme nur von beschrankter Aussagekraft. Die Rechtsstaatlichkeit des Strafrechts wird eingeschränkt. So wird etwa das Legalitätsprinzip - das jedenfalls bei schweren Straftaten (noch) Geltung beansprucht - weiter aufgeweicht, der Staat schließt einen Pakt mit den Verbrecher, die Gleichmäßigkeit der Strafverfolgung wird dem Interesse an der Effizienz des Strafverfahrens geopfert. Hinzu kommt, daß der Beweiswert "erkaufter" Aussagen meist dubios ist. Auch ist es unvertretbar, einen Beschuldigten weiteren Strafverfolgungsmaßnahmen zu unterwerfen, der von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch macht, während sein Mitbeschuldigter durch belastende Angaben Strafverfolgungsfreiheit erlangen kann."
Quelle

Okay, das mit der Strafverfolgeungsfreiheit soll ja zumindest nach der neuen Regelung eingeschränkt werden; ebenso werden in diesem Rahmen getätigte Falschaussagen (sofern sie als solche enttarnt werden!!) schärfer bestraft werden. Aber trotzdem.

Karin 15.05.2007, 14.14 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Die Zeitung = ein Auslaufmodell???

In Medienfachkreisen kursiert immer häufiger die Meinung, dass die gedruckten Zeitungen insgesamt immer mehr zurückgehen, wenn nicht gar früher oder später ganz aussterben werden.
Die, die diese Ansicht vertreten, haben unterschiedliche Vorstellungen davon, welches elektronische Medium die gute alte Tageszeitung aus Papier ersetzen wird. Während einige die zunehmende Nutzung von Online-Zeitungsversionen hochhalten, prognostizieren andere, dass Zeitungen in Zukunft durch große Blogs abgelöst werden.

Ich persönlich - als Laie - glaube nicht, dass es in absehbarer Zeit so kommen wird. Ehrlich gesagt würde ich meine tägliche Dosis Tageszeitung zum Umblättern am Frühstückstisch auch nicht gerne missen wollen.
Meiner Ansicht nach ist eine gedruckte Zeitung immer noch etwas anderes, als sich durch das Online-Angebot von Magazinen und Zeitungen zu klicken.
Für mich als Zeitungsleserin hat die Printzeitung zunächst einmal die nicht unwichtige Funktion, mir einen Überblick über die Fülle aktueller Informationen zu verschaffen. Wenn ich dann noch etwas näher wissen will oder mir Hintergrundinformationen besorgen will, dann recherchiere ich weiter im Internet und durchforste da verschiedene Nachrichtenseiten etc.
Wenn ich aber gleich von Vornherein im Internet schauen würde, wäre es wohl sehr viel umständlicher, aus der Fülle von Informationen das Relevante herauszufiltern, zumal, wenn ich nach objektiven und unabhängigen Berichten suche. Ich müsste sie mir aus mehreren verschiedenen Quellen erst mehr oder weniger mühsam zusammensuchen; und Online-Nachrichtenseiten wie Spiegel oder Welt online bieten auch für sich genommen und naturgemäß lediglich eine selektive Auswahl an Artikeln.

Deshalb ist mir meine Tageszeitung so wichtig.
Natürlich habe ich dabei auch einen gewissen Anspruch an deren Qualität.
Eine wirklich "gute" Print-Zeitung zeichnet sich in meinem Sinne dadurch aus, dass sie nicht nur das "wiederkäut", was man im Internet und / oder bei den bekannten Nachrichtendiensten ebenfalls erfahren kann. Sie sollte eine Art Ergänzung dessen sein und sich insofern von anderen Medien deutlich in der Berichterstattung abgrenzen. Dazu gehört, dass sie über genügend gute eigene Journalisten und Korrespondenten verfügt.
Am besten (=idealerweise) sollte sie sogar noch ihren eigenen, unverwechselbaren Stil haben, der gerne auch je nach Leserschaft einen regionalen Touch haben darf, oder sonst irgendwie ungewöhnlich.
Die Zusammenstellung der Artikel sollte möglichst umfassend sein, das heißt viele unterschiedliche Themen beinhalten, so dass für viele unterschiedliche Interessen der Leser etwas dabei ist und sie sich einen Überblick über die Neuigkeiten / das Tagesgeschehen usw. verschaffen können.
So sähe einen ideale Tageszeitung für mich aus. Wohl wissend, dass nicht alle Zeitungen jedem einzelnen dieser Aspekte in gleicher Gewichtung gerecht wird.

Mir ist auch klar, dass sich die Zeitungen auf die veränderten Umstände und die Ansprüche der Leser werden einstellen müssen, wenn sie auch in Zukunft "überleben" wollen. Und dass sie sich von vergleichbaren Angeboten im Internet abgrenzen müssen / etwas Besonderes bieten, was diese in der Form nicht haben.
Und die meisten Zeitungen haben ja auch heutzutage schon Online-Abonnements altenativ für die Leser im Angebot, die dies möchten. Auch sind sie heute überhaupt meist bereits im Internet präsent, wobei sich das Onlineangebot natürlich von den Artikeln und Themen der Printversionen unterscheiden. Manche Zeitungen haben sogar zusätzlich einen eigenen Blog oder führen Diskussionsplattformen, wo man über verschiedene aktuelle Themen seinen Senf dazugeben kann...
Es ist also durchaus nicht so, dass die Zeitungen es versäumt hätten, auf den "modernen Zug" aufzuspringen und die Möglichkeiten des Internet zu nutzen.

Dennoch finde ich nicht, dass die gute alte Zeitung aus Papier und Druckerschwärze als "Dinosauriermedium" ins Museum verbannt werden sollte.
Genausowenig wie Bücher und (Fach-) Zeitschriften.

Was meint Ihr dazu?

Karin 11.05.2007, 22.49 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Stichwahl Frankreich, Medien und mehr

Wenn man sich die deutsche Berichterstattung zur zweiten Runde des französischen Präsidentenwahlkampfes so anschaut, liest es sich dort fast so, als wäre es lediglich eine euphorische Massenveranstaltung á la deutsche Fußball-WM 2006. Oder als ginge es nur darum, den Gegenkandidaten polemisch auszustechen. Gut, es sind ja auch nicht die Deutschen, die wählen müssen. Wenngleich nach meiner Erinnerung bei der letzten deutschen Bundestagswahl auch nicht anders, d.h. seriöser, objektiver und hintergründiger berichtet wurde.

Bei den Franzosen merkt man hingegen, wie viel ihnen an dieser Wahl liegt. Dass es um mehr geht als bloß eine Wahl zu gewinnen. Um Werte und Konzepte. Und man merkt, dass sowohl ein Großteil der Wähler als auch zumindest einige Politiker noch hinter dem stehen, was sie sagen. Es ist eben eine politisch engagierte Kultur, von der wir hier in Deutschland uns generell eine Scheibe abschneiden könnten... aber das wäre ein anderes Thema.

Dieses politische Interesse wird auch in den französischen Medien deutlich, wo sehr viel differenzierter, nüchterner und hintergründiger über den Wahlkampf berichtet wird.
Während die deutschen Onlinemedien sich darauf beschränken, einzelne Aussagen in losem, zusammengekleisterten Zusammenhang kurz zu zitieren, werden diese in dem französischen Bericht im Kontext belassen. Dadurch kann sich der französische Wähler besser selbst ein Bild machen.

Die vollständige Passage, wo Ségolène Royal Sarkozy und Charles de Gaulle gegenüber stellt, und dessen Anspielung auf die Ereignisse im Mai 1968, lautet demnach so:
"Wie ich den Kandidaten der Rechten an die stille Mehrheit appellieren höre (...) Er will sicherlich die Champs Elysées hinaufsteigen wie die Millionen versammelter Personen, die damals am 30. Mai 1968 damit die Politik des Generals Charles de Gaulle's unterstützten. Aber Bercy, das sind nicht die Champs Elysées, Doc G. ist nicht A. M., F. M. ist nicht B. T. Und Mr. Sarkozy ist nicht Charles de Gaulle."

Und so, wie es die Welt darstellt: "Seine „Brutalität“ könne „den sozialen Frieden, den Bürgerfrieden gefährden“, sagte sie." stimmt es auch nicht ganz - der Artikel suggeriert, Royal hätte Sarkozy direkt angegriffen. Dabei hat sie ihn gemäß dem TF1-Artikel wohl gar nicht selber als brutal bezeichnet. Sondern:
"Wir wissen, wozu der Übergang der Macht und die Brutalität führen werden. (Ich will) eine gesammelte Republik, eine friedliche Republik, eine Republik es Respektes, eine Republik, die jedem einen echten Wunsch der Zukunft gibt."

Interessant auch, was sie über die Arbeit sagt:
"Der Wert Arbeit ist kein künstliches Werk des Diskurses, der Wert Arbeit, das ist zuallererst die Arbeit nach ihrem Wert bezahlen." - Leistungsgerechte Bezahlung, Mindestlöhne... ein Themenkomplex, mit dem wir uns in Deutschland ebenfalls in letzter Zeit konstruktiv auseinander setzten.


Meine persönliche Meinung zu Ségolène Royal und Einschätzung zu dieser Wahl im Allgemeinen? Ich finde, die Frau schlägt sich wacker; bis auf wenige Prozentpunkte hat sie laut den Umfragen im Vorfeld bereits jetzt seit dem ersten Durchlauf ziemlich aufgeholt. Dennoch bleibt es spannend... Ich verfolge es interessiert, denke aber, dass ihre Chancen gegen den Mann, der im ersten Wahlkampf dem rechtsradikalen Le Pen versucht hat, Stimmen abzuringen, in dem er dessen Argumente verwendete (!), sehr gut stehen.

Karin 02.05.2007, 14.22 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Umfrage: Glaube - und ein paar Worte dazu

So, ich glaube, diese Umfrage war wohl lange genug offen. Außerdem haben sich ja schon deutliche Tendenzen abgezeichnet, die man durchaus als repräsentativ betrachten kann.
Zunächst einmal vielen Dank an alle, die mitgemacht hatten. Ich habe sogar den Eindruck, dass bisher keine meiner Umfragen so eine große Resonanz hatte wie diese hier - und das will was heißen. Schön!

Woran glaubst Du?
Ihre Meinung Klicks Anteil Umfragestart:
09.04.2007 20:07 Uhr
An Gott - im Sinne der Kirche. 516,67%
An Gott - Jahwe. 620,00%
An Gott - Allah. 13,33%
An einen anderen Gott. 13,33%
An Gott - bin aber nicht religiös. 26,67%
Ich glaube an mehrere Götter. 00,00%
Ich glaube an gar keinen Gott. 13,33%
Ich glaube nicht an Gott, sondern an eine spirituelle Kraft, die ich nicht benenne. 1136,67%
Ich glaube, dass ich an gar nichts glaube. 26,67%
Nichts von alledem trifft zu. 13,33%
Summe 30 100.00% letzte Stimme: 24.04.2007 18:49

Auch freue ich mich, dass so viele Menschen unterschiedlichen Glaubens an meiner Umfrage teilgenommen haben.
Anmerken möchte ich noch, dass ich selbst übrigens auch meine Stimme abgegeben habe - was jedoch nicht von Relevanz in Bezug auf die eindeutige "Mehrheit" ist.
Etwas überrascht hat mich ehrlich gesagt doch der Anteil jüdisch-gläubiger Menschen im Verhältnis zu den Christen - also sooo viele Leser jüdischer Abstammung waren mir nun doch nicht bekannt. Man kann aber sagen, dass das Verhältnis zwischen diesen beiden am nächsten verwandten monotheistischen Religionen doch recht ausgeglichen ist. Ich finde es schön, wie die beiden quasi nebeneinander stehen.
Und siehe da: Sogar - zumindest ein - muslimischer Mensch hat den Weg auf meinen Blog gefunden.
Dies führt mich zu dem befriedigenden Schluss:
Ich habe einen Multikulti-Blog!
[Wobei ich mit dem Begriff "Multikulti" natürlich sämtliche nichtreligiösen Menschen und solche, die angaben, an gar nichts zu glauben, ebenfalls mit einschließe. Für mich ist Multikulti ein offener Begriff.]
Nun bitte ich Euch allgemein, seid so nett und äußert Euch tolerant, d
as heißt ohne andere und Andersgläubige zu verletzen oder zu brüskieren. Natürlich kann man anderer Meinung sein - es kommt aber immer auch darauf an, WIE man es sagt. Und nicht vergessen, auch mal dem anderen zuzuhören, was er selbst vorzubringen hat (vielleicht ist es ja nicht ganz so das, was sich als klischeehaftes, besonders markantes Bild in Euch festgesetzt hat). Dieses gegenseitige Zuhören - ich meine, richtig zuhören! - nennt man DIALOG.
Ich persönlich finde, mit so einem Dialog kommt man deutlich weiter als mit einem ewig wiederholten, sich im Kreise drehenden Monolog aus Vorurteilen und vorgekauten Aussagen - und das gilt durchaus für alle Seiten.

Karin 25.04.2007, 21.10 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Frust - Aberglaube - Esoterik

Myblog terrorisiert mich mal wieder.

Da hatte ich eben dort einen sehr ausführlichen Kommentar verfasst und wollte ihn abschicken - aber auch nach zig Versuchen wird er nicht angenommen! Ich habe alles versucht - habe sogar (in der hypothetischen Annahme, es könnte an der Länge des Kommentars liegen) versucht, erst mal die eine Hälfte des Kommentars zu setzen, um dann den anderen Teil nachzuschieben... ERFOLGLOS!
Jetzt weiß ich auch wieder, warum ich so selten bei den Myblogs kommentiere (obwohl das Problem ja nicht bei allen gleich häufig auftaucht) - eigentlich schade, denn ich würde gern öfters auch dort meinen Senf dazugeben wollen. Wenn nur dieses Ärgernis nicht wäre...

Dies hier hätte ich zu sagen gehabt:

Liebe Irmgard,


nein, auch ich bin nicht abergläubisch (endet das nicht eigentlich mit -g statt mit -sch? Das -sch erscheint mir jedenfalls irgendwie unlogisch - man schreibt ja auch nicht: "Ich bin gläubisch" {Emotic(grin)} ).

Und das mit der Leiter, unter der man nicht durchgehen soll, ist denke ich ganz einfach eine praktische Erwägung, die aus vorangegangenen Erfahrungen und / oder der realen Befürchtung beruht, sie könnte umkippen, wenn man aus Versehen daran stößt oder so.

Alles andere finde ich ist kompletter Schwachsinn. Ich muss es ja wissen, ich hatte ja selbst früher einmal eine schwarze Katze im Haus, und die hat mir nicht mehr "Unglück" gebracht als andere Katzen auch - nämlich gar keines! {Emotic(wink2)}


Auch bei den Horoskopen / Sternzeichen bin ich eher kritisch - Übereinstimmungen führe ich einerseits auf den Zufall zurück; und andererseits hat man wahrscheinlich irgendwann im Laufe der Zeit ein paar Studien darüber erstellt, dass bei Menschen, die im selben Sternild geboren sind, bestimmte Eigenschaften immer wiederkehren, mal mit der oder mit der Gewichtung - aber das ist normal...

Es können ja nicht alle Menschen vollkommen unterschiedlich sein, denn so viele charakterliche Varianten gibt es schließlich auch nicht. Was uns unterscheidet, ist ein individueller Mix, eine Neukombination aus diesen Eigenschaften - jedoch mit weitaus mehr Kombinationsmöglichkeiten als in sämtlichen Horoskopen dieser Welt beschrieben.

Deshalb sind beim Vergleich verschiedener astrologischer Beschreibungen (nicht nur, wenn man die fernöstliche mit der westlichen Astrologie vergleicht, sondern auch verschiedene Beschreibungen aus derselben Astrologie) auch immer so viele Widersprüchlichkeiten oder zumindest ganz verschiedene Aussagen zu verzeichnen.

Ich sehe das ja schon, wenn ich mein westliches Sternzeichen (Schütze) mit den Eigenschaften vergleiche, die meinem chinesischen Tierkreiszeichen (Schwein, genauer gesagt im Element Wasser) zugeschrieben werden. Wobei das Schwein im astrologischen Sinne meiner Einschätzung nach noch mehr Parallelen zu mir aufweist als der Schütze. Na ja, meine Starrköpfigkeit, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, das ich erreichen möchte, passt vielleicht zum Schützen mit seinem Pfeil, und auch die Tatsache, dass ich sehr idealistisch bin und im Kopf oft schon zehn Schritte weiter bin als mein augenblicklicher Standpunkt. Aber das war's auch schon fast.

Gut, bei unterschiedlichen astrologischen Systemen kann man es noch so erklären, dass die Schwerpunkte bei der Betrachtung (auch kulturell bedingt) anders gesetzt werden. Und auch andere Beschreibungen von Sternzeichen können niemals ein - in jedem Fall nicht als pauschale Wahrheit zu betrachtendes - vollständiges Bild ergeben.


Ansonsten ist es denke ich auch reine Definitions- und Ansichtssache, was man alles unter "Aberglaube" versteht.

Was bedeutet Aberglaube für mich? Was fällt in meinem Sinne alles darunter (mal weg von dem, was viele gemeinhin als Aberglaube bezeichnen, sondern ganz persönlich)?

Ich finde, das ist durchaus subjektiv. Man packt all das in seine persönliche Schublade "Aberglaube", womit man aus der eigenen Weltsicht und vom persönlichen Empfinden nichts anfangen kann. Entweder weil es in keine andere Schublade hineinpasst, oder weil es uns einfach nicht weiterbringt, oder aber (vielleicht ist das sogar das Hauptkriterium) weil wir es uns nicht, oder nicht logisch, erklären können.

Manche haben vielleicht sogar eine regelrechte Angst vor dem Unerklärlichen, dem Anderen.

Ich persönlich versuche immer, verschiedene Sichtweisen zu verstehen und bin allgemein zunächst einmal unvoreingenommen den meisten gegenüber. Grundsätzlich weise ich nicht alles ab, was andere (meist abwertend) unter "Esoterik" verstehen. Stattdessen akzeptiere ich es, wenn Leute an irgendetwas glauben, das vielleicht nicht ganz so konventionell ist.

Wenn man an etwas glaubt, ist es für denjenigen wahr, weil er sich danach ausrichtet (eine sich selbst erfüllende Prophezeiung). Glaube kann also niemals richtig oder falsch sein.


Unter Esoterik verstehe ich im Gegenzug nichts Schlechtes. Esoterik, das können auch z.B. bestimmte Übungen sein, die zum Wohlbefinden oder zum Erhalt der richtigen Einstellung zu einer Sache beitragen können - unabhängig davon, ob man nun an den ganzen eventuellen Mystizismus, um den sie sich ranken, glaubt, oder nicht.

Es gibt sooo viele Bücher, die sich mit genauso vielen unterschiedlichen Aspekten von Esoterik befassen, so viele, dass es unmöglich ist, den Überblick zu bewahren oder überhaupt festzustellen, was wirklich Esoterik ist und in welche Richtung sie geht (es gibt sooo viele Richtungen!) geschweige denn diesen Überbegriff allgemeingültig zu definieren.


Nur eines kann ich ganz klar sagen: Esoterik ist für mich das Gegenteil von Aberglaube.

Während Aberglaube in meinen Augen eher naiv ist und wissenschaftlich nicht haltbar, weil keine Wahrheit dessen nachprüfbar ist, sowie subjektiv, ist Esoterik nach meinem Verständnis etwas Ernsthaftes, Tiefgründiges, das auf Wissenschaft basiert und hinter dem jeweils eine bestimmte Philosophie (zu einem mehr oder weniger hohen Anteil auch Glaube) steckt.

Andererseits ist es keine Esoterik, sondern ein Aberglaube.


Dinge wie beispielsweise der Glaube an die Wiedergeburt, fernöstliche Meditation und Trance, Yoga und andere Praktiken, betrachte ich demnach beispielsweise auf gar keinen Fall (!!!) als Aberglaube. Auch, weil ich es für möglich halte.

Und wenn ich zum Beispiel Trance-Übungen als Esoterik ansehe, dann meine ich das keineswegs negativ - im Gegenteil.


Auch wenn Menschen (um ein weiteres Beispiel zu nennen) an Schutzengel glauben, würde ich das nicht als Aberglaube bezeichnen. Aber in dem Fall auch nicht als Esoterik. Es ist einfach ein Glaube. Fertig.

Wobei ich persönlich das mit den Schutzengeln eher als eine Metapher verstehe. Eine Metapher für etwas, das in Wahrheit in einem selbst ist - Intuition. Eine Intuition, die es einem erlaubt, unterbewusst eine Gefahr zu bemerken, die man bewusst noch gar nicht kennt / nicht registriert hat, während man dann unterbewusst alles daran setzt, dieser Gefahr auszuweichen. Ein typisches Beispiel dafür, dass auf unsere innere Stimme immer Verlass ist. Weil wir ja nicht losgelöst und isoliert von dieser Welt sind, sondern immer und überall eine Verbindung dazu besteht. Auch wenn wir es gerade nicht bewusst bemerken und das im Alltag oftmals untergeht.

Wir sind niemals ganz allein. (Und wenn es auch mal nur die Gedanken sind, die uns mit dem Rest verbinden.) {Emotic(smile)}


So, und jetzt mache ich mal 'nen Punkt. ;)

Ich wünsche Dir und allen Lesern ein schönes Wochenende!

Karin


So, jetzt habe ich es (notgedrungen) hier gepostet, weil ich finde, dass es doch ein interessantes und umfangreiches Thema ist, und ich nicht sämtliche Gedanken umsonst aufgeschrieben haben will.


Nachtrag und Tipp für alle, die ähnliche Probleme mit den Myblogs haben:
Lasst einfach die Emailadresse weg! Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es klappt, höher.
Späte Erkenntnis ist besser als keine Erkenntnis... ;-)

Karin 13.04.2007, 23.32 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

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