Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Katastrophen

Klimawandel

Über die Auswirkungen des Klimawandels muss ich wohl nicht mehr viel erzählen. Und dass er sich nicht mehr ganz verhindern lässt, sondern immerhin (!) noch das Ausmaß für die Zukunft verringern lässt, ist auch klar.
Dennoch, wenn man sich die aktuellen Zahlen und Prognosen einmal ansieht, wird deutlich, wie ernst zu nehmen das Problem, das uns in seinen globalen Dimensionen ALLE angeht, ist. Zum Einen, weil wir die Folgen schon heute immer mehr spüren und mitbekommen. Und zum Anderen, weil es demnach nichts ist, was "irgendwann in ferner Zukunft" stattfinden wird, sondern schon gestern begonnen hat und morgen noch mehr Auswirkungen haben wird - in welchem Ausmaß, hängt davon ab, was JETZT getan wird, um diese Entwicklung in ihrem Ausmaß abzubremsen.

Man hat ausgerechnet, dass bis zum Jahr 2100 die Temperaturen im Durchschnitt zwischen 1,8 (wenn entsprechende Maßnahmen getroffen werden usw.) und 4° C (im schlimmsten Fall) ansteigen werden. Was sich zunächst einmal nicht gerade nach viel anhört, kann in manchen Regionen dieser Erde gravierende Folgen haben: Dürren und Ausdehnung der Wüsten in den heißen Gegenden, schmelzende Gletscher in den Gebirgen und folglich (auch infolge von mehr Niederschlägen) mehr und schlimmere Überschwemmungen und Erdrutsche, die ganze Dörfer unter sich begraben können, und natürlich ein steigender Meeresspiegel (um mindestens 18 und bis zu 59 cm) wegen der immer mehr abschmelzenden Polkappen.
Was in Grönland zunächst einmal (!) positive Effekte zu haben scheint, weil die Menschen nun durch die Erwärmung mehr Lebensmittel anbauen können (und daher weniger importieren müssen) in Gegenden, die noch vor 50 Jahren oberhalb der Eisgrenze lagen, ist bei näherer Betrachtung und insgesamt gesehen doch nicht so gut wie es aussieht.

Eine Folge des Klimawandels haben wir noch vor kurzem selbst erlebt: Ich denke, Stürme wie Kyrill - und ein anderer, nicht ganz so wütender Ende letzten Jahres - könnten in Zukunft auch bei uns in Mitteleuropa immer häufiger werden. Es mag zwar auf dem ersten Blick "schön" sein, wenn die Winter nicht mehr ganz so klirrend kalt sind wie einst (wenngleich wir dann auch immer öfter auf Schnee verzichten müssen und in Zukunft vielleicht sogar das Wort "Schnee" aus unserem Sprachgebrauch getrost streichen können). Aber was es auf dem zweiten Blick auch bedeutet, haben wir ja gesehen. Und dass diese radikalen raschen Wetter- und Temperaturumschwünge uns nicht unbedingt guttun, wissen wir ebenfalls.
Also: Man muss nicht einmal weit weg denken, um sich die Folgen vor Augen zu führen. Man spürt es schon vor der eigenen Haustür, im eigenen Umfeld und Land. Und Küstenstädte wie Kiel oder Flensburg könnten bei einer extremen Sturmflut in Verbindung mit dem steigenden Meeresspiegel eines Tages in Atlantis verwandelt werden...

Ich schrieb oben, man könne den Klimawandel nicht mehr GANZ abwenden, sondern höchstens die Folgen zu einem erträglichen Maß abschwächen.
Das sagt auch er Weltklimabericht des UN-Klimaausschusses IPCC: Treibhausgase, die zum jetzigen Zeitpunkt bereits in die Atmoshäre gelangt sind, könnten über mehr als 1000 Jahre die Klimaerwärmung begünstigen.

Die EU hat den Ernst der Lage bereits erkannt - aber es kommt darauf an, dass wir alle es erkennen und entsprechend handeln! Vor Allem auch Länder, die mit ihrem umweltUNbewussten Gesamtverhalten (in der Wirtschaft wie im privaten Umfeld, weil eine Aufklärung dort nicht für nötig befunden wird) am meisten zur Luftverschmutzung beitragen, aber am wenigsten - wenn überhaupt - dagegen unternehmen... Ich denke, es ist klar, auf welches Land ich da hauptsächlich anspiele, aber natürlich nicht nur.

Zum Schluss noch ein interessanter Link mit mehr Hintergrundinfos.
(Einen Überblick bietet auch der Fact-sheet unter den dortigen deutschsprachigen Texten, die links auf der Seite zu finden sind.)

Karin 04.02.2007, 02.22 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Kyrill

Noch immer treibt er sein Unwesen, ist noch gar nicht Geschichte - und schon findet "der Herrliche" (den ich persönlich nicht als besonders herrlich bezeichnen würde - also nicht diesen hier ;)) Eingang in Wikipedia.
Eine Frage bleibt jedoch offen: Ob die ganzen anderen Kyrills (Kirchenväter, russische Herrscher und bulgarische Zarensöhne) auch so stürmisch von Charakter sind bzw. waren wie dieser hier? Wenn ja: Oh mein Gott! ;)

Karin 18.01.2007, 22.26 | (0/0) Kommentare | PL

Wahnsinn!!!

Und Zack! Auf einmal war es zappedüster. Der Strom war weg. Im ganzen Viertel. Also Taschenlampe rausgesucht...
Ich wollte gerade die Kerzen anzünden, um mich auf einen gemütlichen Abend bei Kerzenschein einzustellen (sofern Gemütlichkeit bei dem Orkan draußen aufkommen würde) - da war plötzlich alles wieder da.
Aber wie die Papiere draußen vor dem Fenster flogen und die Bäume sich arg knickten, da hatte ich schon ein wenig Angst, dass es auch unser Haus umpusten könnte (das erinnert mich an ein Märchen, das mit dem Schweinen, wo ein Wolf ihre Häuser umpustet, als wären sie aus Papier gebaut *gg*).
Na ja, Ende gut, alles gut. Noch traue ich dem Frieden nicht ganz - deshalb werde ich gleich sowieso den PC ausschalten und mich tatsächlich mit ein paar Kerzen gewappnet ins Wohnzimmer verziehen. Sollte es noch einmal passieren - den Fernseher kann ich entbehren. Ich habe auch Bücher, ich habe den "Spiegel", also genug Lesestoff. ;-)
Und gerade flackert es schon wieder. Ich glaube ich speichere jetzt erstmal ab.
Aber letztlich zeigen solche Gegebenheiten, wie sehr wir heutzutage vom Strom abhängen, und wie schnell unser Stromsystem doch zusammenbrechen kann. Wir fühlen uns sicher und komfortabel, aber dann... :-)
Es ist sowieso besser, so wenig wie möglich zu verbrauchen. Ich persönlich lasse zum Beispiel nicht unnötig Elektrogeräte anstehen, wenn ich sie gerade nicht brauche. Und in nicht genutzten Zimmern bleibt das Licht auch aus - Festbeleuchtung muss nicht sein (was gäb's denn zu feiern? *g*). Klingt spießig, ist aber doch auch irgendwo vernünftig. Oder?

Karin 18.01.2007, 18.56 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Stürmische Aussichten

Wer gehofft hat, "Franz" (ich meine das Sturmtief!) würde bald wieder verschwinden, den muss ich leider enttäuschen. So wie es aussieht, wird es erst ab nächste Woche wieder besser werden.
Während es bei uns (so schlimm es auch hier stürmt) meines Wissens und zum Glück relativ glimpflich verlaufen zu sein scheint, winke ich mal mitfühlend zu allen Lesern aus dem Norden herüber. Lasst Euch nicht umpusten und schon gar nicht überschwemmen!
Und vor Allem: Wenn Ihr nicht unbedingt auf dem Seeweg (fliegen würde ich bei dem Wetter allerdings auch nicht) etwa nach Eng- oder Irland müsst, lasst es besser vorerst mal sein!

Karin 11.01.2007, 18.22 | (0/0) Kommentare | PL

Soviel zum Thema...

Missbrauch von Feuerwerkskörpern und andere Undinge, die sich vorzugsweise in der Nacht zwischen den Jahren so ereignen (ich bin mir sicher, so etwas passiert nicht nur am äußersten Westzipfel Deutschlands ;)):

"Dabei war der Bereich des Südkreises mit 66 Einsätzen zahlenmäßig stärker belastet als der des Nordkreises mit 51 Einsätzen. In knapp 100 Fällen ging es dabei um Schlägereien, Randalierer, Körperverletzungsdelikte und Mißbrauch von Feuerwerkskörpern.

Bei den anderen Einsätzen war in einer Mischung all das vorhanden, was auch ansonsten regelmäßig im polizeilichen Arbeitsalltag vertreten ist wie Verkehrsunfälle, Sachbeschädigungen, Einbrüche, Brände und so weiter. Rund 530 Mal wurde alleine in der betroffenen Zeit der Polizeinotruf 110 aus Stadt und Kreis Aachen angewählt.

Herausragend dieses Jahr war die Zerstörung einer Telefonzelle am Elsassplatz. Hier «sprengten» gegen 3.35 Uhr Unbekannte die Zelle mit Feuerwerkskörpern. An zwei weiteren nebenstehenden Zellen wurden die Telefonhörer auf dieselbe Art abgerissen. Eine größere Schlägerei zwischen 15 Personen vor dem Aachener Eurogress schlichteten die Besatzungen mehrerer Streifenwagen gegen 0.20 Uhr."

Meine Gedanken aus dem Beitrag "Silvestermüll" sind also - auch in dieser Hinsicht - doch nicht so ein aus der Luft gegriffener Unsinn, wie jemand, der nicht einmal seinen Namen nennen wollte, meinte. ;)

Karin 02.01.2007, 13.17 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL

Ruhige Weihnacht?

Nachdem wir gestern den ersten Akt unseres familiären Weihnachtsfestes feierlich-friedlich begangen haben, inklusive viel Herzlichkeit, einem ausgiebigen und mehrgängigen Weihnachtsessen, gemütlichem Beisammensitzen und Gesprächen und schließlich auch einigen kleinen aber feinen Geschenken, habe ich den heutigen Tag ziemlich ruhig verbracht.
Ganz ruhig? Nicht ganz. Als ich mich heute Abend um circa 19.00 Uhr oben in meinem Zimmer aufhielt, hörte ich plötzlich von draußen her ein sehr lautes RUMMS!. Nanu, dachte ich mir, ein Erdbeben scheint es ja nicht gewesen sein - und für ein Jahresend-Feuerwerk ist es noch ein wenig zu früh. Und wenn mein Vater unten im Erdgeschoss hingefallen wäre, hätte sich das auch etwas anders - leiser - angehört.
Tatsächlich war nichts von alledem passiert. Draußen - praktisch vor unserer Haustür - war offenbar "einfach nur" jemand mit ich weiß nicht wieviel Sachen gegen einen Blumenkübel gefahren, vermutlich beim Überholen kurz vor der Kurve. Jedenfalls waren zwei Autos an dem Unfall beteiligt. Mehr weiß ich auch nicht. Ein Blick aus dem Fenster zeigte lediglich eine Handvoll Menschen, die auf die Polizei warteten, die etwa eine halbe Stunde später auch eintraf. Direkt vor unserer Haustür war der eine Wagen geparkt worden, etwas weiter hinten der andere. Immer, wenn ein Auto vorbeifuhr, konnte man im Scheinwerferlicht die Scherben erkennen, die über die Straße verstreut lagen. Um 21.00 Uhr kam schließlich der Räumungsdienst des ADAC.
Tja, so etwas passiert eben auch zu Weihnachten. Und wer an Weihnachten Dienst hat (die Polizei, der Abschleppdienst, Krankenhäuser), der hat leider nicht immer eine ruhigere Arbeitszeit als sonst. Aber wird es ihnen gedankt?
Wie auch immer - morgen steht bei uns noch der zweite Akt unserer Familienweihnacht an.

Karin 25.12.2006, 21.43 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Sturmfolgen

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Hätten wir uns an diesem Nachmittag nach Hause fahren lassen statt ins Tal zur nächsten Haltestelle der Regionalbahn, wären wir ganze eineinhalb Stunden früher daheim gewesen als so. Im Nachhinein hätte man sich das ja denken können, dass wenn draußen ein Sturm von mindestens Windstärke sieben tobt und die Bäume, vor allem die an Abhängen, wie sich vom Fenster unserer Gastgeber beobachten ließ, in eine irgendwie bedrohlich wirkende Schräglage bringt, dass dann sehr wahrscheinlich irgendetwas passiert. Aber im Rückblick ist selbst der Optimistischste schlau.

Pünktlich stiegen wir aus dem Auto, verabschiedeten uns noch und gingen in Richtung Bahnsteig, wo bereits ein weiterer wartender Fahrgast Richtung Düren wartet und die Bauarbeiter fleißig diesen Bahnsteig neu am pflastern sind. Wir warten, gehen ein paar Schritte auf und ab, gucken, fotografieren ein wenig zum Zeitvertreib (zumindest ich). Als die Armbanduhr die Zeit anzeigt, an der die Bahn hätte kommen müssen, rollt sie nicht etwa heran - nein, nichts ist zu sehen, kein Schienenfahrzeug kommt um die Ecke. Nur das Geräusch des Fugengerätes der eifrigen Pflasterer ist weit und breit zu hören. Und natürlich das Muhen der Kühe vom anliegenden Bauernhof auf der anderen Seite. Von schnatternden Gänsen, die über die zu diesem gehörenden Wiese laufen. Ein Traktor fährt von diesem Bauernhof die Gleise überquerend mit einem Futtertrog in Richtung Dorf. Eine Reitergruppe zieht vorbei. Alles ist in Bewegung...

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Doch die Bahn will immer noch nicht auftauchen. Erst als einer der von dem Verkehrsunternehmen beauftragten Bauarbeiter dort anruft, erhalten wir die Auskunft: Es liegt oder lag ein Baum auf der Strecke, worauf die Verzögerung zurückzuführen ist. Das Beförderungsmittel dürfte aber bald kommen.

Tut es auch - allerdings aus der anderen Richtung. Da aber in Anbetracht dieses wetterbedingten Vorfalles das Gefährt nur noch bis zur nächsten Station fahren wird statt bis zur viel weiter entfernten Endstation, steigen wir natürlich ein - schon ahnend, dass es etwas länger dauern könnte, bis wir endlich am Ziel sein werden.

Ich weiß nicht, wie lange der Zug bei dieser nächsten Station stehen blieb (hab's nicht so genau gezählt); jedenfalls gab es dann ein Hin und Her und allgemeine Verwirrung, als der Zug aus der anderen Richtung (der Bahnhof ist zweigleisig! ;)) kommt und die Menschen, die Richtung Düren wollen, natürlich dort einsteigen wollten, doch der fuhr nicht weiter, angeblich weil es nur einen Zugführer gäbe. Also wieder zurück in den einen Zug... und warten... warten.. warten...

Am liebsten hätte ich mir da eines der vorbeiziehenden Pferde geschnappt (es ist dieselbe Gruppe wie eben), oder halt irgendeines von der Koppel geklaut ausgeliehen und wäre damit nach Hause geritten... Selbst wenn ich nicht im Schweinsgalopp dahinfliegen würde, auch im Trab wäre ich auf alle Fälle schneller da gewesen. Die Reitergruppe hat es ja schon im Schritt geschafft, uns einzuholen. Solche Gedanken schwirren mir im Kopf herum.

Versuchen, dem Funkgespräch zu lauschen (es ist immer so laut, dass man es im Zug mithören kann, außerdem ist der Lokführerbereich offen), das vorne geführt wird, um vielleicht irgendetwas Neues darüber zu erfahren, wie und wann es denn nun weitergeht. Vergeblich. Eindeutige Informationen: Fehlanzeige.

Inzwischen haben sich einige Leute bereits abholen lassen. Dann heißt es, dass noch eine Station weiter gefahren wird, wo dann für die Leute, die noch weiter müssen, ein Bus bereitsteht, während der Zug dann endlich nach Düren umkehren wird. Er fährt nun an, bleibt nach einigen Metern, noch am Bahnsteig, wieder stehen. Nach fünf Minuten geht es dann auch wirklich los. Endlich!

Gesagt, getan. An besagter Station werden die Passagiere, die raus müssen, hinausgelassen. Es folgt wieder warten. Dabei dürfte doch auf der Strecke, die wir gerade in anderer Richtung befahren haben, und wo wir hin müssen, eigentlich doch nicht auch noch ein Baum liegen. Oder? Na, wundern täte einem in dem Moment nichts mehr.

Zeitsprung: Irgendwann kommt das Ganze tatsächlich in Gang, und so befinden wir uns schließlich auf dem Weg in Richtung Heimat. Leute steigen zu, andere aus - der ziemliche normale Zugfahralltag nimmt seinen Betrieb wieder auf. Ich lese. Nein, aus der Ruhe bringen lasse ich mich nicht so schnell - das ändert nichts an den Gegebenheiten. Zwar hätte ich doch noch gern etwas mehr erledigt bekommen, aber es war nun mal so wie es war.

Kurzum: Um halb Vier waren wir abgesetzt worden - um sechs Uhr waren wir in Düren. Wären die Dinge anders, d.h. gewohnt zuverlässig und ohne die Folgen von Wetterkapriolen (in Verbindung mit offenbar schlechter Organisation) verlaufen, wären wir um ca. 16.00 Uhr zu Hause gewesen.

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Unterwegs stellte ich mir gedanklich die Frage, ob es nun gewonnene oder verlorene Zeit war, die wir unfreiwillig so verbracht haben. Ich kam zu dem Schluss, dass ich die Zeit unter anderen Umständen durchaus sinnvoller zu nutzen gewusst hätte. Sogar die müßigen Phasen, in denen ich mal nichts aktiv tue oder nicht mehr, als wenn ich wie heute mit der Bahn in der Eifel feststeckte, würde ich noch eher als "gewonnene Zeit" bezeichnen als diese Situation. Der Unterschied? Die Ruhepausen sind gewollt, ggf. verdient und es wird in jedem Fall ein Sinn darin erkannt (sonst würde man sie nicht machen). So etwas wie hier hingegen nicht. Deshalb langweilt man sich dann auch.

Nun freue ich mich trotz dieses Ereignisses auf morgen und hoffe, dass der Sturm doch bitte bitte NICHT seine Spuren auf der RE-Strecke nach Siegburg hinterlassen möge... Sonst bin ich sauer!! Merk Dir das, Sturm!! Wehe!!!

Na, wenn alles glatt und fahrplanmäßig läuft, bin ich sowieso etwa eine halbe Stunde vor den anderen da. Eine halbe Stunde Pufferzeit dürfte wohl genügen. Neun Uhr muss ich regulär aus dem Haus, um diese Zugverbindung zu kriegen. Ich habe auch keine Lust und sehe nicht ein, NOCH eine Stunde früher zu fahren, bloß um dann ganze eineinhalb Stunden am Ziel warten zu müssen. Gewartet habe ich heute schon genug. :)

Karin 08.12.2006, 23.30 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Was mich nicht loslässt

Welche Dimensionen unsere Gesellschaft des Wegschauens bereits angenommen hat, wurde in letzter Zeit verstärkt an verschiedenen Beispielen deutlich. Dennoch erschreckt es einen immer wieder, wenn man sich die Folgen direkt vor Augen führt.

So werde ich es beispielsweise niemals verstehen, dass die Polizei versucht hat zu verhindern, dass der Abschiedsbrief des Amokläufers Sebastian veröffentlicht wurde. Und als dieser zwei Jahre vorher ganz deutlich in einem Forum darauf hingewiesen hatte, dass er vorhabe, Amok zu laufen, hat die Polizei nichts unternommen. Oder geht man noch weiter zurück, als der spätere Täter offenbar selber an verschiedenen Stellen wegen des Mobbings und dessen psychologischen Folgen um Hilfe bat, nahm auch dann keiner ihn Ernst.

Die Tat hätte verhindert werden können... und trotzdem wurde nichts getan!

Und nun hatten unterschiedliche Medien und vor Allem ein Großteil der Politik auch noch bekanntermaßen versucht, vom eigentlichen Problem abzulenken, indem sie irgendwelche gefährlichen Computerspiele verbieten wollen. Über die und deren pädagogisch schädliche Wirkung kann man sich natürlich streiten... aber das ist doch im Moment nicht die Hauptsache!!! Und außerdem bringen Spiele doch niemanden um - Waffen schon. Verzweifelte Menschen, deren Verzweiflung sie irgendwann in diesen Wahnsinn getrieben hat, aus dem sie alleine nicht mehr herauskommen, auch.

Drei Dinge regen mich in dem Zusammenhang auf und wollen mir nicht aus dem Kopf:
1. Eine Gesellschaft des Wegschauens - allgemein, ohne jetzt die Schuld irgendwelchen Einzelpersonen zu geben - das ist so umfassend, und die meisten, die wegschauen, haben da irgendwo ihren Anteil, sowohl das soziale Umfeld als auch (und vor Allem) verantwortliche Institutionen und Menschen, die eigentlich als Ansprechpartner dienen sollten.
2. Dass - mal pauschal gesagt, ohne natürlich zu pauschalisieren - nicht einmal auf die Polizei mehr hundertprozentig Verlass ist, dass sie rechtzeitig eingreift, bevor etwas geschieht - auch wenn ganz deutliche Anzeichen bestehen, dass eine Tat passieren wird; dass diese - mehr noch - versucht, es zu vertuschen (vielleicht auch, um sich aus der Verantwortung zu stehlen?).
3. Das (eigentlich typische, in dem Zusammenhang aber besonders erschreckend lächerliche) Verhalten mancher Politiker - und der Medien, die das mittragen - die immer wieder versuchen, von den wirklichen Problemen abzulenken. hat aber in dem Fall nicht geklappt, und ich denke, dass die Entwicklung jetzt vielleicht ma endlich in die Richtung geht, dass - jetzt, wo die Wahrheit immer mehr ans Licht kommt - das Notwendige erkannt wird und dann auch entsprechend gehandelt wird. Internet sei Dank - dafür, dass es hoffentlich diesmal Augen öffnet!

Zum Schluss noch ein interessanter Link. In dem Artikel findet sich (neben vielen weiteren aufschlussreichen Links, darunter auch von einem, der in einer ähnlichen psychischen Situation steckte, bei dem es aber zum Glück nicht zum Ausbruch kam) auch ein direkter Link zum vollständigen Abschiedsbrief des Täters, den ich zum besseren Verständnis nur empfehlen kann (nichts für allzu zartbesaitete - ich musste selbst mehrmals innehalten, um diesen harten Tobak zu verarbeiten), den ich aber nicht direkt verlinken möchte. Ich war nach dem Lesen sehr entsetzt und betroffen - ich war danach wie gelähmt und fand keine Worte.



Was mir ebenfalls zu denken gibt, ist, dass der politische Wahnsinn sogar schon dahin geht, dass Parteigenossen, die mit ihrer Meinung von der Parteilinie abweichen, eben weil sie anderer Meinung sind, von anderen, meist bekannteren, Politikern, verklagt werden, als direkter Versuch, ihnen einzuschüchtern.
Mir war bisher nicht bewusst, was für Ausmaße der politische Wahnsinn (mir fällt im Moment kein anderer Ausdruck ein) schon angenommen hat.
Aber in Anbetracht unterschiedlicher Sachverhalte (Zensur durch die Polizei, in anderen Fällen einseitige Medienberichte, oder in noch anderen Fällen eine Art Medienzensur, Abmahnungswellen von Internetseiten und Blogs, und nun dieses eine Beispiel aus der Politik) stelle ich mir doch allmählich die Frage, wie es denn tatsächlich um unsere im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit bestellt ist.
Wird es am Ende noch so enden, dass eine Art Meinungskontrolle stattfinden wird, in der alles verurteilt wird, was nicht im Rahmen eines Meinungsmonopols verläuft? Wird dann alles, was diesem nicht entspricht, einfach ignoriert? Na, dann wäre es auch kein Wunder, dass dann wieder irgendwann einmal einer, der sich ausgestoßen fühlt, rebelliert, weil er keine andere Möglichkeit mehr sieht, sich anders irgendwie Gehör zu verschaffen...

Reden... Hinhören und -sehen... Sensibilität dafür, wenn irgendetwas nicht stimmt... und im richtigen Moment handeln... man kann es nicht oft genug wiederholen, aber das sind die "Waffen", die Eskalationen welcher Art auch immer verhindern helfen können.

Karin 24.11.2006, 19.09 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Amoklauf und Jugendgewalt

Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, bei dem Thema einen Anfang zu finden. So viele Aspekte schwirren mir im Kopf herum, noch mehr gibt es Diskussionsbedarf, und vieles wurde auch schon gesagt, und ich möchte nicht einfach nur alle bereits erwähnten Punkte nochmals aufführen. Dennoch ist es mir wichtig, mich dazu zu äußern, und gibt es einige Dinge, die dabei besonders danach drängen, angesprochen zu werden.

Grundsätzlich kann ich mich Irmgards Fragestellungen und Ansätzen schon sehr gut anschließen. Und auch Oceans weiterführende Gedanken in Hinblick auf die Gesellschaft kann ich als Denkanstöße nur weiterempfehlen.
Wenngleich ich das mit der Prioritätensetzung bei der Finanzierung von Therapien gewissermaßen anders sehe. Ich meine, natürlich ist Präventionsarbeit noch wichtiger. Aber wenn es schon so weit gekommen ist und es irgendeine Chance gibt, einen Täter zu therapieren, dann sollte diese auch unbedingt genutzt werden, schließlich können davon u.U. +/- viele Menschenleben abhängen, wenn man diese Möglichkeit nicht nutzt und er in krankem Zustand später eventuell wieder auf die Menschheit losgelassen wird. Auch denke ich schon, dass das Geld dafür da ist und da sein sollte. Man müsste es dann nur eben an anderen Stellen zusammenkratzen, wo es überflüssig ist - Wäre es beispielsweise soo schlimm, wenn ein Politiker ein paar hundert Euro weniger bekommen würde, oder sehr vermögende Leute ein bisschen mehr Steuern ins Staatssäckel bringen würden? Würde es ihnen wirklich so weh tun, wie sie immer jammern und dann auch noch meist Recht bekommen? Aber das ist jetzt nicht das Hauptthema.

Zur eigentlichen Frage: Wie hat es so weit kommen können bzw. wie hätte man es verhindern können? Hierzu habe ich ein interessantes Interview gefunden, dessen Ansätze ich auch gut unterschreiben kann. Ja, ich denke auch, dass es Anzeichen im Verhalten geben muss und auch erwiesenermaßen gegeben hat, die die Gefahr einer solchen Tat bzw. die Tendenz dazu offenlegen können. In diesem Fall zum Beispiel hat der Täter noch kurz vor seiner Tat Auszüge aus seinem Tagebuch (das er anschließend verbrannt hat) an seine "Freunde" gemailt. Irgendwo anders habe ich gelesen, dass er sich auch in diversen Foren ausgetauscht hat, und auch da muss man doch am Wortlaut bemerkt haben, was für ein versessener Hass in ihm gesteckt hat. Aus den Tagebuchauszügen geht übrigens auch hervor, dass er ein (reales) »Vorbild« für den Amoklauf hatte, nämlich den Amokläufer von Littleton, dass er ferner eine besondere Vorliebe für Waffen aller Art hatte, sowie dass er die Tat von langer Hand geplant hatte, es also keineswegs eine Affekttat war.

Fraglich ist indes immer noch und ist mir selbst unverständlich, woher dieser Hass eigentlich kam. Für mich deutet in den Auszügen nichts darauf hin, dass die Ursache in dem Sinne aus der Familie stammt, schloss er doch in seinen eigenen Worten sich und seine Familie von diesem Hass aus. War er vielleicht frustriert, weil er so schlecht in der Schule war? Das kann wohl kaum ein hinreichender Grund sein, um solch einen Hass zu entwickeln, der in meinen Augen wohl umfassender ist und sich sicher nicht mehr nur auf die Schule und eine Liste von Personen erstreckte, die er ins Visier genommen hatte.
Im Übrigen scheint es mir so, als hätte er diese Liste ganz willkürlich erstellt, nicht auf diese Menschen persönlich bezogen, sondern er brauchte nur jemanden, auf den er diesen Hass kanalisieren konnte - wer dabei zur Zielscheibe wird, ist bei solchen Menschen, die schon so krankhaft handeln, doch ungefähr wie bei einem Würfelspiel: Wenn eine Zahl kommt, die dem Spieler nicht so gut gefällt, weil sie scheinbar sein Verlieren mehr begünstigt als seinen unbedingten Drang, gewinnen zu müssen, zu befriedigen, wird der ganze Hass dann auf diese projiziert; und die nächste Zahl, mit der er verliert, wird dann ebenfalls auf die Rote Liste gesetzt, usw.

Das bringt mich auf einen weiteren Gedanken: Wir leben in einer Gewinnergesellschaft. Wenn einer in dieser den gestellten Anforderungen nicht gerecht zu werden glaubt, entsteht eine ganze Menge Frust, die mit der Zeit immer größer wird. Und wenn der nicht irgendwo auf normalem Wege (durch Hobbies, kreative Ausdrucksmöglichkeiten, Sport, um sich abzureagieren - am besten Mannschaftssport, um dabei gleichzeitig den Umgang mit Menschen zu lernen - usw.) rausgelassen werden kann, auch durch offene Gespräche über das, was diese Menschen belastet, stört, und was sie bewegt, aber auch, was ihnen persönlich wichtig ist und ob das einen angemessenen Raum hat (wenn nicht, muss so einer halt wie oben beschrieben geschaffen werden)... tja, wenn das nicht gegeben ist, dann kann (muss zwar nicht - aber man sollte die Gefahr schon ernst nehmen, indem man sich das vor Augen führt) es halt durchaus passieren, dass irgendwann eine Explosion folgt. Von wem auch immer.
Doch auch das kann man oftmals ermitteln, indem man aufmerksam hinschaut, und vor Allem, indem Ansprechpartner zur Verfügung gestellt werden können, an die man sich wenden kann, wenn einem etwas auffällt - natürlich ohne mit anklagendem auf den »potentiellen Amokläufer« zu zeigen, denn noch lange nicht jeder »Freak« ist automatisch gefährdet, so einer zu werden. Aber das alles kann man im Gespräch und durch Hinsehen und -hören, behutsam herausfinden, und wenn er trotzdem irgendwelche psychologische oder soziale Unterstützung braucht oder möchte, eine solche angemessene auch bieten.

Ein Punkt liegt mir unbedingt noch auf der Seele, den ich ansprechen will. Im Rahmen der Diskussion über die Ursachen taucht auch hin und wieder das Argument auf, sozialer Rückzug und Außenseiterdasein könnte (natürlich, wenn noch gewisse andere, schon oft erwähnte Faktoren zusammenkommen) neben dem Gegenteil, nämlich einem entsprechend rohen, auch zu Gewalt neigenden sozialen Milieu, zu so einer Entwicklung führen.

Ich muss sagen, dass mir dieses Argument für sich genommen nicht ganz hinreichend erscheint. Wenn jeder, der in der Schule eine Außenseiterrolle einnimmt oder eingenommen hat, weil er »irgendwie anders« ist oder so gemacht wird, wenn jeder, der Frustrationserfahrungen mit anderen machen musste, weil er etwa gehänselt wurde oder sich nicht richtig angenommen oder verstanden fühlte und auch nicht hinreichend Gelegenheit hatte, sich über seine Gefühle etc. auszutauschen, Gefahr laufen würde, so zu werden - dann wäre wohl auch ich ernsthaft gefährdet gewesen, zur Amokläuferin aufzulaufen. Aber dafür war ich wohl zu gutmütig und zu sehr Pazifistin, um irgendjemanden auch nur irgendwas Schlechtes zu wünschen (na gut, sauer war ich in solchen Situationen schon manchmal verständlicherweise - aber ich wäre niemals auf die Idee gekommen, diesen Ärger gegen andere zu richten). Hinzu kommt vielleicht noch, dass ich bei gesundem Bewusstsein war und somit bemerkt habe, dass das Verhalten einiger mir gegenüber eigentlich nicht böse gemeint war, so dass ich vieles letztendlich mit stoischer Ruhe und dem Versuch der Ignoranz hinnehmen konnte.

Ich will jetzt nicht das Argument, im Fall von solchen Persönlichkeiten, bei denen das die Tendenz zur Gewalt unter anderem auslösen und dann noch steigern kann, in seiner Tragfähigkeit mit dem Aspekt der gewaltverherrlichenden Spiele auf eine Stufe herabsetzen. Was ich damit verdeutlichen will, ist dass man nicht den Einzelfall pauschalisieren kann. Was zu solchen Taten führt, ist letztlich immer ein individueller Mix unterschiedlicher Ursachen, die in jedem Fall ganz unterschiedlich ausgeprägt sein können oder wo auch mal ein Punkt fehlen kann. Auch wenn natürlich klar ist, dass es bestimmte wiederkehrende Muster gibt, aber im Einzelfall muss man doch immer wieder neu untersuchen, welche Wurzel in welchem Umfang letztlich eine Rolle gespielt hat.

Und letztlich ist es ja auch nicht unbedeutend, inwiefern die späteren Täter die Möglichkeit haben, ihre Phantasien / ihre Rachepläne / ihren Wahnsinn in die Tat umzusetzen, sprich: Wieweit sie an die dafür benötigten Mittel kommen. Ich finde es jedenfalls sehr erschreckend zu lesen, wie leicht es in Deutschland ist, ganz legal in den Besitz von Waffen zu gelangen, mit denen auch Menschen getötet werden können. 10 Millionen legal erworbene Waffen sind laut diesem Artikel hier im Umlauf - dem gegenüber stehen deutlich weniger illegale Waffen. Egal ob legal oder illegal - schlimm finde ich schon, dass es überhaupt so etwas gibt. Meinetwegen könnte sogar der Schützensport abgeschafft werden - gibt es keine schöneren und (im positiven Sinne) spannenderen Hobbies als auf Pappkameraden oder auf Plastikrosen am Schießbudenstand auf der Kirmes zu schießen?

Karin 22.11.2006, 22.08 | (5/3) Kommentare (RSS) | PL

Die Grenzen der Toleranz

Eine davon wird überschritten, wenn ich etwa solche schrecklichen Dinge, die im deutschen Staat und sogar in seinen Gefängnissen möglich sind, lese.
Nein, dem kann und will ich nichts hinzufügen, zumal mir jegliches Verständnis dafür, dass es so etwas geben kann und das auch noch zugelassen wird, auch wenn man offenbar etwas dagegen hätte unternehmen können, fehlt.
Ich bin darüber einfach nur sprach- und fassungslos.
Aufmerksam geworden bin ich darauf hier.

Karin 16.11.2006, 19.02 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

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Glück ist ein Duft,
den niemand verströmen kann,
ohne selbst eine Brise abzubekommen.
Ralph Waldo Emerson (1803-1883)







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der seinen Weg im Mondlicht findet,
und die Morgendämmerung
vor dem Rest der Welt sieht.

Oscar Wilde (1854-1900)


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an dem Du die 100%ige Verantwortung
für Dein Tun übernimmst.

Dante Alighieri (1265-1321)


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