Stil(l)

...ist es hier geworden in den letzten Tagen. Höchste Zeit, dass ich diese Stille mal wieder mit einem kurzen "Hallo" unterbreche. Sonst denkt noch jemand, es wäre etwas passiert - oder ich völlig in die Welt meiner Phantasie untergetaucht oder so.

Also: Ich lebe noch, bin noch nicht in meinen eigenen Worten ertrunken, und auch zu essen habe ich nicht vergessen. Auch die Räumlichkeiten des Hauses sehen nicht unordentlicher aus als sonst - dazu reicht die Zeit immer noch, und außerdem bin ich ja nicht die einzige, die sich darum kümmern kann. Arbeitsteilung heißt das Zauberwort. Und ggf. auch delegieren.

Und wie steht's nun mit meinem Projekt? Nur kurz, weil ich Euch nicht damit langweilen geschweige denn es zum Hauptthema machen will. Da ich mich aber wohl in nächster Zeit zu einem nicht zu verachtenden Anteil damit beschäftigen werde, wird mir sicherlich keiner böse sein, wenn ich ab und zu kurz die jeweils aktuellen Fortschritte dokumentiere - auch für mich, als Antrieb.
Wen's partout nicht interessiert, kann ja weiterlesen. Ich werde mich jedenfalls bemühen, dass es auch in dieser Phase nicht langweilig im Blog werden wird.

Nun denn:
Nachdem ich heute eine Art Plot ausgearbeitet habe, wird es ab jetzt bestimmt noch flotter über die Bühne gehen. Und die Handlung wird wohl auch noch dichter werden.
Gleich werde ich noch mal über das bisher Geschriebene drüberlesen.
Ich glaube zwar nicht, dass dieses Werk sich für eine Veröffentlichung eignen würde. Wenn ich versuche, es zu verbessern, dann hauptsächlich deshalb, damit ich selbst etwas daraus lernen kann... evtl. für zukünftige Projekte. Daher mein Ehrgeiz, es wenn dann besser zu machen.

So, jetzt habe ich alles gesagt, was ich dazu festhalten möchte. Bis später - man liest sich!

Karin 07.11.2007, 21.55| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Lebenswelt | Tags: Bloggen, Kreativität, Schreiben, Alltag,

Zwischenstand

Wenn ich mindestens 2.000 Wörter pro Tag schaffe (wenn's super läuft, kann es an dem einen oder anderen Tag auch mehr werden, was eventuelle weniger diesbezüglich produktive Tage ausgleichen könnte), dann werde ich pünktlich die 50.000er-Schwelle erreicht haben. Ob meine Geschichte dann auch fertig ist oder noch vor der Vollendung steht - da lasse ich mich überraschen.

Aktuell habe ich immerhin schon den Prolog abgeschlossen. Bisher bin ich ganz zufrieden mit dem Ergebnis, obwohl ich zur Erfüllung des heutigen "Pensums" noch etwa 1.000 Wörter schreiben muss. Das ist aber kein Problem, weil ich gerade so schön drin bin. Und, wie gesagt, ich nehme das nicht so streng. Falls ich vor Ende des Tages oder selbst gewähltem Feierabend schon weiter als bis 2.000 gekommen sein werde, umso besser!

Noch bin ich also optimistisch, mein Ehrgeiz ist geweckt und der Grundstein gelegt. Schauen wir mal weiter, wie es sich entwickelt.

Karin 05.11.2007, 20.27| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: | Tags: Schreiben, Aktionen,

Pellkartoffeln und Popcorn: Kriegserinnerungen

In diesem Buch erzählt Evelyn Sanders von ihren Kindheitserinnerungen zur Kriegszeit sowie den ersten Jahren nach dem Krieg.
Aufgewachsen in Berlin-Zehlendorf, erlebt sie im zweiten Weltkrieg die Fliegeralarme und Lebensmittelknappheiten und alle Schwierigkeiten, die sich im täglichen Alltag des Krieges so ergeben.
Als der Krieg in den Jahren vor seinem Ende seinen schrecklichen Höhepunkt erreicht, wird sie wie viele andere Kinder aufs Land geschickt, damit sie dort zur Schule gehen kann. Zusätzlich zu der Trennung von der Familie kommt noch hinzu, dass die Lebensbedingungen auf dem Land v.A. zu jener Zeit für ein Stadtkind, auch wenn die Pflegeeltern sich noch so freundlich bemühen, schon sehr gewöhnungsbedürftig sind.
Nur kurz ist sie beim BDM (wegen ihres Alters kam sie zum Glück erst sehr spät überhaupt hinein - sich entziehen konnte man sich dem übrigens nicht wirklich), denn eines Tages taucht ihre Mutter auf und holt sie über Umwege und mit vielen Tricks (damals brauchte man ja für alles Genehmigungen - auch für den Transport - und alles wurde sehr streng registriert und kontrolliert) zurück in ein Berlin, das kaum mehr wiederzuerkennen ist. Seltsamerweise blieb Zehlendorf von den Bombenangriffen verschont - die häufigen Strom- und U-Bahn-Ausfälle etc. bekommen jedoch auch dessen Bewohner genauso zu spüren wie alle anderen.
Nach Ende des Krieges wird es natürlich nicht von einem Tag auf den anderen besser. Der Wiederaufbau nimmt sehr viel Kraft in Anspruch. Aus Mangel an frischen Lebensmitteln wird sehr viel mit Aromen zugesetzt und statt echten Kaffee gibt es nur Kaffee-Ersatz. Am Anfang des Monats stehen sie ab 08.00 Uhr in meterlangen Schlangen vor den Lebensmittelläden, bei denen sie eingetragen sind, und hoffen, dass sie für ihre Lebensmittelkarten, wenn sie an der Reihe sind, auch das bekommen werden, was draufsteht (und nicht wieder mal nur Ersatz). Der Schwarzmarkt und der Tauschhandel blühen als einziger "Wirtschaftszweig".
Die Schulen nehmen ihren Betrieb wieder auf, so gut es eben geht (anfangs muss man auf bereits pensionierte Lehrer zurückgreifen, um überhaupt Lehrkräfte zu haben), jedoch erstmal in kleineren Räumlichkeiten, ohne Lehrbücher und mit mangelndem Schulmaterial (kaum Papier), häufig - wie immer - auch ohne Strom und im Winter mit verkürztem Stundenplan, weil es sich in der eisigen Kälte eben nicht gut lernt oder lehrt. Wer als Erwachsene Glück hat, verdient sich als Housemaid in einem von Amerikanern besetzten Haus etwas dazu, obwohl das Geld praktisch keinen Wert hat (oft tauscht man in Naturalien)...
Später wird es - wenn auch mit erheblichen logistischen Schwierigkeiten - wieder möglich, in den Urlaub ans Meer zu fahren. Zumindest, wenn man über die entsprechenden Beziehungen verfügt. Dann kommen die ersten Kriegsgefangenen zurück, und einige ziehen in eine weniger ruinierte Stadt im Westen, so lange der Umzug noch bezahlbar ist...

Fazit:

Sehr interessant, (wo möglich) mit viel Witz und mit Charme, erzählt die Autorin völlig klischeefrei, aber auch ohne Beschönigungen, ihre Geschichte. Obwohl diese locker und aus der manchmal etwas naiven Perspektive des Kindes, das sie damals war, geschrieben ist, und somit jeglicher Melancholie entbehrt (nicht zu viele Jammereien, die an den Verhältnissen gar nichts geändert hätten), spürt man doch recht deutlich die bedrückende Stimmung der Situation, in der sich diese Menschen in jener Epoche befanden.
Das schwierige Thema wurde hier auf angemessene Weise angepackt und ist so volksnah und unkompliziert, dass Menschen jeden Bildungsstandes sich dazu angeregt fühlen können, dieses Buch zu lesen. Es liest sich leicht und ist daher auch für Menschen geeignet, die davor zurückschrecken, ellenlange und trockene Geschichtsbücher zu lesen.

Karin 04.11.2007, 02.04| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Lesewelten | Tags: Bücher, Empfehlungen,

Persönlichkeitsrecht vs. Kunstfreiheit

Spatestens seit "Esra" und "Meere" ist die Diskussion wieder neu entflammt.
Die Diskussion darüber, ab wann in der Literatur das Persönlichkeitsrecht eindeutig verletzt wird, und wann es in diesem Rahmen gerechtfertigt ist, in die Kunstfreiheit einzugreifen. Rechtlich stehen beide gleichberechtigt nebeneinander. In der Praxis geraten sie jedoch immer wieder spätestens dann in Konflikt, wenn irgendeine mit dem Autor bekannte Einzelperson sich selbst in einem literarischen Werk wiederzuerkennen und mehr noch: denunziert glaubt, obwohl sie gar nicht namentlich erwähnt und außerdem charakterlich etc. so verfremdet wird, dass sie von der allgemeinen Öffentlichkeit nicht wiedererkannt werden kann.

Im Fall "Esra" wäre womöglich niemand auf die Idee gekommen, Esra mit der Klägerin in Verbindung zu bringen, wenn diese nicht laut "Das bin ich!" gerufen hätte. Dabei hätte es genauso sein können, dass Esra einfach nur ein Phantasiegebilde des Autors ist, in dem sich zwar seine Erfahrungen widerspiegeln mögen - aber das ist der Interpretation des Lesers überlassen. Die Dame hat es dementsprechend auf sich bezogen interpretiert, und auf dieser einen Auffassung basiert dann das Gerichtsurteil. Unabhängig davon, dass ansonsten alle möglichen Leute hätten Pate für diese Figur stehen können - mal von der Option abgesehen, dass sie vollkommen frei erfunden gewesen wäre, um irgendetwas künstlerisch zum Ausdruck zu bringen.

Wie immer gehen die Meinungen darüber auseinander. Einige sehen tatsächlich in der Figur der Esra die Ehre der klagenden Person verletzt. Andere meinen wiederum, in dem Urteil eine Einschränkung der Kunstfreiheit, wenn nicht gar eine Form der Zensur zu erkennen.
Die Zensur von Medien, die etwa sexuelle Tabus der jeweiligen Zeit brechen, hat in Deutschland eine lange Tradition. Angefangen mit Günther Grass' "Katz und Maus" und "Die Blechtrommel", bis hin zu den bekannten Fällen "Mutzenbacher" und "Mephisto".

Über das "Mephisto"-Urteil kann ich nun auch endlich wieder zum Thema zurückkommen.
Hier ist in Bezug auf die Kunstfreiheit versus Persönlichkeitsrechte Folgendes zu lesen:
"Die Richter sehen es im Falle einer Kollision der Kunstfreiheit mit dem Persönlichkeitsrecht als nicht so entscheidend an, dass Persönlichkeitsdaten verwendet werden, entscheidend sei die Vermengung von realen und fiktiven Elementen. Für die Lösung sei es relevant, ob und inwieweit das 'Abbild' gegenüber dem 'Urbild' durch die künstlerische Gestaltung des Stoffes und seine Ein- und Unterordnung in den Gesamtorganismus des Kunstwerks so verselbstständigt erscheint, dass das Individuelle, Persönlich-Intime zu Gunsten des Allgemeinen, Zeichenhaften der Figur 'objektiviert' ist."
So lange man das beachtet, ist man also noch auf der sicheren Seite.

Und bei Erlebnisberichten oder biografischen Werken z.B., wo der Grad der Authentizität naturgemäß so hoch ist, dass man kaum ausschließen kann, dass sich jemand irgendwo wiedererkennen könnte, stehen diese Personen ja auch nicht im Vordergrund. Dass man niemanden beleidigt und keine intimen Details preisgibt, sollte denke ich immer selbstverständlich sein.
Wenn alle Leute, die (vermeintlich) in der Literatur gleich welcher Art auftauchen, gegen den Autor klagen würden, dann hätte - theoretisch zumindest - auch das "Ehepaar Schnabbel" gegen Hape Kerkeling klagen können, obwohl sie so anonymisiert und verallgemeinert beschrieben werden, dass es wohl auf viele Ehepaare zutreffen könnte. Oder die Österreicherin ("Gibt's 'n hier G'schäfte?"). Und ob er zuvor alle, die in "Ich bin dann mal weg" namentlich genannt wurden, nach ihrem Einverständnis gefragt hat, ist auch fraglich, zumal er zu dem Zeitpunkt nach eigener Beschreibung noch gar nicht wusste, dass er das Buch schreiben würde.

Bei anderen Berichtsformen, etwa in der Presse, ist die bloße Nennung eines Namens (wenn es sich z.B. um eine Person von öffentlichem Interesse handelt) auch nicht strafbar - in diesem letzteren Fall wäre es aber auch ziemlich absurd.

Karin 30.10.2007, 16.19| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Mediaworld | Tags: Medien, Recht, Bücher, Kunst, Persönlichkeit,

Bücherstöckchen

Bei Ocean aufgeschnappt.

Liest Du gerne?

Was für eine Frage... Und wie!!!!!

Wenn ja, welches Genre?

Oh je... wo soll ich da anfangen? Ich lese so ziemlich viele Genres, so lange mich nur die Themen interessieren... Historische Romane, Kultur- und Gesellschaftsromane, philosophische und psychologische Romane, Thriller, Schwedenkrimis, Science Fiction, Fantasy... ab und zu auch Sachbücher nund Ratgeber, aber das sind eher Ausnahmefälle.

Dein letztes Buch hieß wie?

Aktuell lese ich gleich mehrere Bücher:
- Evelyn Sanders: Pellkartoffeln und Popcorn
- Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg (Hörbuch)
- Elaine Aron: Hochsensibilität in der Liebe

Würdest Du es sie weiterempfehlen?

Ja. Ich bitte um etwas Geduld.

Warum hast Du Dir genau diese(s) Buch(:er) zugelegt?

1. Zufallstreffer
2. Ich wollte mal wissen, wie andere den Jakobsweg so erlebt haben - und wie unterschiedlich
3. aus Eigeninteresse

Welches war das miserabelste Buch, dass Du je in der Hand hattest?

Hm... einige Stephen King-Bücher sind tatsächlich grottenschlecht (obwohl es umgekehrt ein paar wenige gibt, die sich wirklich gelohnt haben). Mir fallen jedoch - allgemein - keine konkreten Titel ein von Büchern, die mir überhaupt nicht gefallen hätten. So etwas verdrängt man wohl ziemlich schnell...

Bist Du ein Bücherquäler? Entsorgst Du z.B. die Schutzumschläge, machst Eselsohren oder besudelst die Seiten?

Niemals!!!!! Mit Büchern gehe ich immer sorgsam um. Wenn ich ein gebrauchtes erwerbe, trage ich dafür Sorge, dass wenigstens der jetzige Zustand nicht noch verschlechtert wird.

Was machst Du mit den Büchern, wenn Du sie gelesen hast?

Verschenken, verleihen, tauschen, manchmal auch verkaufen... oder erstmal behalten. Einige Klassiker, die mir sehr gut gefallen haben oder mir etwas bedeuten, behalte ich dauerhaft.

Karin 30.10.2007, 00.28| (2/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Lesewelten | Tags: Bücher, Stöckchen,

Die Philosophin (Peter Prange)

Sophie wächst in einem sehr religiösen, konservativen Dorf in Frankreich auf. Als ihre Mutter auf einem der letzten Scheiterhaufen verbrannt wird, nimmt ein Priester das Mädchen zu sich auf, von wo aus sie später als junge Frau auf Umwegen nach Paris gelangt.
Hier wird sie bald mit ganz anderen Lebens- und Denkweisen konfrontiert als denen, die sie von zu Hause gewöhnt ist. Die Zeit der Aufklärung ist in vollem Gange, Denis Diderot und Konsorten arbeiten an der großen Enzyklopädie, was sich nicht ohne Schwierigkeiten durch Kritiker aus dem Klerus und vom Hof vollzieht...
Im "Procope", einem Intellektuellencafé, wo sie als Kellnerin arbeitet, wo auch Diderot und sein Freund Jean Jacques Rousseau verkehren, lernt sie auch Diderot kennen. Sofort ist sie von diesem charismatischen Mann verzaubert.
Doch auch Monsieur Sartin, ein Polizist, besucht das Procope regelmäßig, und ihm ist die Enzyklopädie ein Dorn im Auge. Außerdem bringt er Sophie in einen persönlichen Konflikt, was ihre Beziehung zu Diderot nicht einfacher macht...
Schon schnell ist Sophie also voll in die Geschehnisse in Paris eingebunden, und die Geschichte entwickelt sich.
Mehr möchte ich über die Handlung nicht verraten, denn sonst bräuchtet Ihr es ja nicht mehr selbst zu lesen.

Fazit:

Ein spannender Roman, der historische Gegebenheiten und Personen vorzüglich mit einer phantasievollen Geschichte verflicht. Man bekommt ein besseres Verständnis dafür, was die Enzyklopädie in der damaligen Zeit bedeutete, was sie ins Rollen gebracht hat, und warum sie damals so revolutionär war. Außerdem sind die Dialoge mit ihren teilweise philosophischen Ansätzen sehr interessant.
Man merkt, dass der Autor sich umfassend über die handelnden Personen und historischen Hintergründe informiert hat, so dass alle Abläufe autentisch und glaubhaft rüberkommen. Auch konnte ich mich gut in die Protagonistin hineinversetzen. Den Schreibstil habe ich damals als sehr angenehm, ausgeglichen und (ebenso wie die Handlung) in sich stimmig empfunden. Zu keiner Zeit kam beim Lesen Langeweile auf, und das Buch hatte nach meiner Erfahrung keinerlei Längen. Der Roman ist auch für Laien leicht verständlich und ohne irgendwelche komplizierten Fachbegriffe oder dergleichen.
Wer allerdings in einem Roman mit diesem Titel erwartet, dass die Philosophie trotz der Ansätze immer und überhaupt im Vordergrund steht, der könnte eventuell enttäuscht werden. In erster Linie geht es wirklich nur um Sophies Geschichte, und um ihre Beziehung mit Denis Diderot. Ich persönlich war nicht wirklich enttäuscht, weil ich mich weitgehend unvoreingenommen auf diese Lektüre eingelassen hatte. Klar hatte ich mir vorgestellt, es würde darin - wenn es schon "Die Philosophin" heißt - auch vorrangig um Philosophie gehen. Doch darüber hinaus war ich ganz einfach offen für das, was ich beim Lesen erfahren würde.
Sehr interessant fand ich auch, dass die Geschichte aus der Perspektive von Sophie (die natürlich eine erfundene Persönlichkeit ist, d. h. es hat sie nie gegeben) geschrieben ist anstatt ganz klassisch aus der Perspektive von Diderot selbst. Diese Vorgehensweise finde ich gelungen, zumal sie noch zur Spannung und Neugierde des Lesers beiträgt.

Karin 22.10.2007, 21.32| (4/3) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Lesewelten | Tags: Bücher, Empfehlungen, Bilder,

Der Teppichhändler (Meg Mullins)

Als seine im Iran zurückgebliebene Frau sich von ihm scheiden lässt, bricht für den Teppichhändler Uschman eine Welt zusammen. Er hatte sich immer gewünscht, dass sie ihm irgendwann nach New York folgen würde. Noch lange leidet er darunter, dass ihnen zusammen, noch bevor er diesen Schritt unternahm, keine Kinder beschert worden sind - zumindest keine, die die Geburt überlebten. Nun hat sie also einen anderen gefunden, mit dem sie tatsächlich ein Baby hat und mit dem sie in die Türkei gezogen ist, nachdem sie seine Mutter in ein Altersheim gesteckt hat, die sie zuvor selbst versorgt hat.
Natürlich hat er immer noch sein Teppichgeschäft, das ziemlich passabel läuft. Inklusive der anspruchsvollen, manchmal schwierigen Kundin Mrs. Roberts, für die er immer wieder neue Teppiche aussuchen muss, weil sie nach einigen Tagen feststellt, dass ein anderer doch nicht so gut in ihre Wohnung passt und ihn daher zurückgehen lässt.
Doch darüber gehen ihm seine eigenen Probleme nicht aus dem Kopf, die er erst einmal verarbeiten muss. Und die Erinnerungen an seine Heimat und seine Familie klingen noch sehr lange in ihm nach. Klar, dass es ihm als Trost erscheint, als er durch Zufall die junge Studentin Stella kennen lernt, zu der er sich gleich hingezogen fühlt und mit der er sich über alles unterhalten kann. Bis sie zueinander finden, dauert es einige Zeit - es ist wie ein vorsichtiges sich Herantasten. Und dann ist es natürlich nicht nur schön, sondern es gibt auch diese Momente, wo deutlich wird, dass sie in zwei verschiedenen Welten leben...

Fazit:

Sehr einfühlsam, mit großer Menschenkenntnis und ganz ohne Klischees und Kitsch beschreibt Meg Mullins diese Geschichte über Liebe, Einsamkeit und alles, was damit verbunden ist. Eine Geschichte, in die man eintauchen kann, aber auch ab und zu mal innehalten und darüber nachdenken.
Zum Beispiel auch darüber, was es bedeutet, verschiedene scheinbar widersprüchliche Kulturen miteinander zu vereinbaren, den schmalen Grat zwischen einer eher traditionellen Welt und der Moderne zu überwinden. Aber auch über die Bewältigung von Verlusten, und anschließend nach vorne schauen.

Gut finde ich auch die Dialoge, in denen die handelnden Personen offen und neugierig miteinander reden, locker und ohne Vorurteile. Diese kommen authentisch herüber, so, wie auch gesprochen würde, und sind, ebenso wie der Rest, flüssig geschrieben.

Trotz der lockeren, ja scheinbar „fröhlich dahinplätschernden“ Erzählweise bemerkt man doch beim Lesen die Tiefe, die darin steckt. Man spürt, dass die vordergründigen Handlungsabläufe auch einen Hintergrund haben. Die Geschichte hat eine „Seele“.

Auch die stellenweise Melancholie wird sehr gut herübergebracht, und man fühlt richtig mit dem Protagonisten, aus dessen Perspektive erzählt wird. Zugleich dringt jedoch auch in diesen melancholischen Passagen Hoffnung durch, so dass der Roman niemals schwermütig wirkt. Diese Kombination halte ich für besonders gelungen und passend.
Das Ende ist angesichts der Situation unvermeidlich, aber würdig.

Karin 20.10.2007, 21.37| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Lesewelten | Tags: Bücher, Empfehlungen,

Glückskeks-Weisheit

"Du kannst allem widerstehen, nur nicht der Versuchung."

Ähem, woher wissen die das? Stimmt genau und passte heute wie Faust aufs Auge:

Eigentlich wollte ich ja nur ein neues Spanisch-Wörterbuch kaufen - ein besseres als das, was ich bisher genutzt habe, was obendrein auch noch schön günstig war.

Beim ausgiebigen Stöbern in der von mir hierfür frequentierten Buchhandlung wurde ich schließlich aber noch bei folgenden Schmökern schwach:
- Evelyn Sanders: Pellkartoffeln und Popcorn (Sonderangebot für 3,95 €, ist akzeptabel)
- Amy Tan: Der Geist der Madame Chen (in Erinnerung daran, dass ich von "Das Tuschezeichen" damals so begeistert war, und weil es teilweise in Burma spielt - obwohl ich den "Glaspalast" von Amitav Ghosh sicherlich vor diesem lesen werde)
- Zur Abwechslung ein Hörbuch: "Hectors Reise" von Francois Lelors

Zurückgelegt (und vorgemerkt für die preisgünstigere Suche im Internet) habe ich "Kennedys Hirn" von Henning Mankell und "Das Ikarus-Gen" von James Patterson. Außerdem "Schwesternmord" von Tess Gerritsen, das ich jedoch ohnehin nicht vorhatte, im Laden zu kaufen. Idem für "Die Perlenzüchterin", die mir langfristig auch noch lesenswert erscheint.

Beim planetar benannten Elektrofachhandel habe ich dann noch bei drei Tonträgern zugegriffen (zwei Mal Nightwish und ein Mal Him). Nun bin ich wieder für lange Zeit medial für Kopf und Herz ausgerüstet.

Ach ja, und dann habe ich mir abschließend noch eine Pizza schmecken lassen - Versuchung Nummer Drei. Ab und zu muss man sich ja mal was gönnen. Auch für die Seele. Danach fühlt man sich für fast alles gewappnet.

Damit Ihr nicht denkt, ich hätte es mir nur gut gehen lassen: Ich war auch fleißig. Habe schon Spanisch für morgen vorbereitet, und die Wäsche ist auch soweit fertig. Eine weitere Sendung im Rahmen der Tauschseite ist auch schon vorbereitet.

Nun denn: Morgen ist erstmal FreiSchreibtag angesagt. Jawoll. Endlich.

Karin 18.10.2007, 23.19| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Lebenswelt | Tags: Leben, Bücher, Musik, genießen, Arbeit,

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Mein Jakobsweg - Reiseblog 

Notizen und Gedanken



Glück ist ein Duft,
den niemand verströmen kann,
ohne selbst eine Brise abzubekommen.
Ralph Waldo Emerson (1803-1883)







Ein Träumer ist jemand,
der seinen Weg im Mondlicht findet,
und die Morgendämmerung
vor dem Rest der Welt sieht.

Oscar Wilde (1854-1900)


Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag,
an dem Du die 100%ige Verantwortung
für Dein Tun übernimmst.

Dante Alighieri (1265-1321)


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