Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Bildung

Neue Hartz IV Regelsätze und mein Senf dazu

Nach den neuen Hartz 4 Regelsätzen muss ein erwachsener Empfänger dieser Sozialleistung (das Wort an sich mag für die Betroffenen schon wie purer Hohn wirken) mit 364 Euro pro Monat auskommen. Jugendliche Hartz-IV-Empfänger ab 14 Jahre erhalten nun 287 Euro, Kinder im schulpflichtigen Alter 251 Euro und Kinder unter 6 Jahren 215 Euro.

Ich habe mal beispielhaft anhand meiner monatlichen Ausgaben ausgerechnet, ob und inwiefern ich im Bedarfsfall mit dieser für Erwachsene vorgesehenen Geldsumme auskommen würde. Meine einzelnen Zahlen, auf denen meine Berechnung gründet, nenne ich aus Datenschutzgründen natürlich nicht, zumal diese ohnehin individuell ausfallen. Darin berücksichtigt habe ich auf jeden Fall Lebensmittel, Haushalts- und Pflegeartikel, Internet und Telekommunikation, Mobilitätskosten (in meinem Fall "nur" ÖPNV - durch die Benutzung eines Fahrrads für kürzere Strecken ließe sich hierbei eventuell noch etwas Geld einsparen).

Mit all diesen regelmäßig benötigten Dingen käme ich auf ca. 360 Euro. Ohne zusätzliche Kosten, die ab und zu nun mal anfallen können, würde ich damit also durchaus hinkommen. Nun ist es aber so, dass ich gelegentlich auch neue Klamotten und Schuhe brauche, mich vielleicht auch mal weiterbilden oder eine kulturelle Veranstaltung (Museum, Ausstellung, darstellende Künste, etc.) besuchen möchte. Wenn ich Hartz 4 bekommen würde, würde das konkret gemäß meiner individuellen Beispielrechnung bedeuten, dass ich dafür die verbleibenden 4 Euro verwenden oder aber dieses Geld über einige Monate sparen müsste.

Was kann man mit 4 Euro machen? Ein einzelner Vortrag bei der VHS kostet bereits 4 Euro. Um einen kompletten Kurs zu besuchen, müsste ein Hartz IV Empfänger mit ähnlicher (bereits sparsam berechneter) Ausgabenstruktur wie ich mindestens etwa ein halbes Jahr sparen, für viele Kurse sogar noch mehr. Qualitativ hochwertigere, berufsbezogene Weiterbildungen könnte er oder sie sich wahrscheinlich gar nicht erst leisten. Ganz zu schweigen von teils kostenpflichtigen Hobbies wie etwa einer Vereinszugehörigkeit oder anderen Teilnahmemöglichkeiten am gesellschaftlichen Leben. Selbst Bücher / DVDs oder ein Büchereiausweis sind in Regel nicht kostenlos, sofern sie nicht in den wenigen, völlig kostenfreien Tauschbörsen oder Ähnlichem angeboten werden.

Nun haben Hartz IV Empfänger ja noch die Zuverdienstgrenze von 100 Euro. Bei allem, was darüber hinausgeht, dürfen sie nur 20% vom Bruttoeinkommen, bei höheren Einnahmen sogar noch weniger, davon für sich behalten. Gesetzt den Fall, sie verdienen mit einer Tätigkeit - bei ergänzenden Kapitaleinnahmen wäre diese Grenze noch viel schneller erreicht - maximal diese 100 Euro (und keinen Cent mehr!), reicht dieses Geld vielleicht gerade mal aus, um die verschlissenen Kleidungsstücke durch ein paar neue zu ersetzen oder aber zusätzliche Kosten zu decken, die nicht jeden Monat, aber doch ab und zu anfallen.

Für Freizeit oder gar einen Urlaub, der über einen Kurztrip oder Tagesausflug hinausgeht, bleibt da nichts mehr übrig. Und wie machen es eigentlich diejenigen unter den Sozialhilfebedürftigen, welche ein Auto besitzen? Ein PKW - und sei es ein noch so einfacher, gebrauchter Kleinwagen ohne zusätzliche Features - kostet nicht nur Sprit (obwohl allein schon die schwankenden Benzinpreise einem Hartz 4 Empfänger finanziell an seine Grenzen bringen könnten), sondern auch TÜV- und Wartungskosten sowie Steuern, vom Wasser- und Stromverbrauch für die Pflege ganz zu schweigen. Passiert dem Betroffenen auch noch ein Unfall - was verhütet werden möge, aber manchmal geschieht es eben trotz aller Vorsicht - wäre das ganz ungünstig.

Kehren wir noch mal zur Zuverdienstregelung zurück. Mal ehrlich: Wer würde schon für 100 Euro, von denen obendrein noch Teile der Hauptkosten gedeckt werden müssten und am Ende somit auch nicht allzu viel übrig bliebe, arbeiten? Oder für noch weniger, falls der Bruttoverdienst darüber läge und das Meiste folglich von der Behörde geschluckt würde? Ich muss ehrlich sein: Für mich wäre das keine schöne Aussicht geschweige denn eine Motivation, wenn ich davon betroffen wäre. Und dann wirft man Hartz 4 Empfängern noch pauschal vor, sie würden nicht WOLLEN. In Wahrheit rackern sich viele sicherlich ab, um gerade mal davon leben zu können - und vielleicht endlich mal aus diesem Armutskonzept namens Hartz 4 herauszukommen! Andererseits wird einem auch verständlich, dass einige nach vielen, als vergeblich empfundenen Mühen, aus dieser Mühle herauszukommen, verzweifelt resignieren.

Und: Was nützt die Möglichkeit der Bildung, wenn jemand sie sich nicht leisten kann? Man kann keinem Hartz 4 Empfänger vorwerfen, er würde sich nicht weiterbilden, beispielsweise um seine Chancen zu erhöhen, wenn das Geld, das ihm zur Verfügung steht, gerade fürs Lebensnotwendigste reicht, und man ihm obendrein noch einen Großteil der selbst meist hart verdienten Euro wegnimmt, die er ansonsten vielleicht genau darin investieren könnte!

Vielleicht sollte das Recht auf Bildung im Grundgesetz verankert werden - dann würde sich an den Rahmenbedingungen womöglich endlich etwas verbessern.

Karin 27.02.2011, 16.53 | (0/0) Kommentare | PL

TV-Tipp zu Tibet

21.00 Uhr, auf ARD.

Karin 02.06.2008, 19.50 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Menschlichkeit

Ich weiß nicht, wie ich diesen Blogeintrag sonst betiteln soll. Aber er war der erste, der mir in den Sinn kam, und finde, er ist übergreifend.

Gestern war ich nach langer Zeit mal wieder in einem Musical, das in meiner Stadt aufgeführt wurde. Genauer gesagt dieses. Es war sehr bewegend. Die Musik, die rhythmischen Tänze und die teilweise halsbrecherischen Darbietungen, für die eine Art kleine Geschichte mit vielen Nebenhandlungen den Rahmen bot. Es strahlte einerseits pure Lebensfreude aus, allen Widrigkeiten des Lebens (bzw. des afrikanischen Lebens) zum Trotz. Auch einige politische Hintergründe werden thematisiert, fügen sich dabei jedoch in das Ganze ein. Die Hauptaussage ist klar: Freiheit!
Sollte das Musical  irgendwann in Eurer Umgebung aufgeführt werden, kann ich Euch nur empfehlen, hinzugehen. Aber bestellt die Karten möglichst schon früh - bei uns war es jedenfalls vollständig ausverkauft. Kein einziger Platz blieb frei.



Ein anderes (nicht nur afrikanisches, sondern weltweit zu interessierendes Thema) wird in diesem Buch angesprochen. Es ist eines jener Bücher, mit denen man sich über das Lesen hinaus noch weiter befasst / befassen sollte. Obwohl ich längst nicht mehr jedes Buch, das ich lese, im Blog vorstelle - dieses gehört zu denen, die mir so wichtig erscheinen, dass ich das noch tun werde. Versprochen.



Im Übrigen finde ich, dass dieser Film zum Pflichtfilm in allen deutschen Klassenräumen werden und ihn sich überhaupt alle ansehen sollten. Ich persönlich kannte ihn schon und habe ihn mir trotzdem noch einmal zu Gemüte geführt.

Karin 20.02.2008, 23.30 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

... und die Welt wird schöner

Immer mehr Leute machen es, häufig bei Nacht und Nebel, in fünf mal zehn oder in fünfzig Minuten am Stück, klammheimlich oder in aller Öffentlichkeit, allein, zu zweit oder zu mehreren... für das Gemeinwohl aller, für unsere Kinder oder auch für den Weltfrieden.

Die Rede ist vom Guerilla-Gardening. (Was hättet Ihr denn gedacht? *räusper* A.B.Twink.gif)
Als die Idee in London geboren wurde, ahnte man noch nicht, dass sie sich bald in alle Welt ausbreiten und irgendwann auch in Deutschland mit verschiedenen Projekten Fuß fassen würde.

So konnten dank der "Guerillagärtner" auch bei uns schon zahlreiche Flecken im Land schöner gemacht werden. Und damit es zukünftig noch besser wird, wird natürlich auch fleißig Wissenschaft ebenso wie der Austausch damit betrieben.

Es geht jedoch lange nicht (mehr) nur darum, hässliche graue Plätze in der Stadt bunter zu machen. Viel wichtiger ist noch der soziale,der kulturelle und der edukative Aspekt.

Auch ein interessanter (weiterführender) Ansatz: Ökodörfer.

Karin 27.08.2007, 22.37 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Bildungslektüre zum Nachdenken

Über Dianes Blog wurde ich auf einen hochinteressanten Blog aufmerksam.

Bitte unbedingt mal reinschauen!

Wenn es nach mir ginge, würde dieser Blog, den ich hier empfehle, zu einer Pflichtlektüre für alle Menschen in diesem (leider) ebenso parallelgesellschaftlichen wie für die Belange der Menschen oftmals unaufmerksamen Land werden.

Und hier noch - ganz wichtig - die Intention des Blogs.

Karin 17.08.2007, 21.49 | (0/0) Kommentare | PL

Stichwahl Frankreich, Medien und mehr

Wenn man sich die deutsche Berichterstattung zur zweiten Runde des französischen Präsidentenwahlkampfes so anschaut, liest es sich dort fast so, als wäre es lediglich eine euphorische Massenveranstaltung á la deutsche Fußball-WM 2006. Oder als ginge es nur darum, den Gegenkandidaten polemisch auszustechen. Gut, es sind ja auch nicht die Deutschen, die wählen müssen. Wenngleich nach meiner Erinnerung bei der letzten deutschen Bundestagswahl auch nicht anders, d.h. seriöser, objektiver und hintergründiger berichtet wurde.

Bei den Franzosen merkt man hingegen, wie viel ihnen an dieser Wahl liegt. Dass es um mehr geht als bloß eine Wahl zu gewinnen. Um Werte und Konzepte. Und man merkt, dass sowohl ein Großteil der Wähler als auch zumindest einige Politiker noch hinter dem stehen, was sie sagen. Es ist eben eine politisch engagierte Kultur, von der wir hier in Deutschland uns generell eine Scheibe abschneiden könnten... aber das wäre ein anderes Thema.

Dieses politische Interesse wird auch in den französischen Medien deutlich, wo sehr viel differenzierter, nüchterner und hintergründiger über den Wahlkampf berichtet wird.
Während die deutschen Onlinemedien sich darauf beschränken, einzelne Aussagen in losem, zusammengekleisterten Zusammenhang kurz zu zitieren, werden diese in dem französischen Bericht im Kontext belassen. Dadurch kann sich der französische Wähler besser selbst ein Bild machen.

Die vollständige Passage, wo Ségolène Royal Sarkozy und Charles de Gaulle gegenüber stellt, und dessen Anspielung auf die Ereignisse im Mai 1968, lautet demnach so:
"Wie ich den Kandidaten der Rechten an die stille Mehrheit appellieren höre (...) Er will sicherlich die Champs Elysées hinaufsteigen wie die Millionen versammelter Personen, die damals am 30. Mai 1968 damit die Politik des Generals Charles de Gaulle's unterstützten. Aber Bercy, das sind nicht die Champs Elysées, Doc G. ist nicht A. M., F. M. ist nicht B. T. Und Mr. Sarkozy ist nicht Charles de Gaulle."

Und so, wie es die Welt darstellt: "Seine „Brutalität“ könne „den sozialen Frieden, den Bürgerfrieden gefährden“, sagte sie." stimmt es auch nicht ganz - der Artikel suggeriert, Royal hätte Sarkozy direkt angegriffen. Dabei hat sie ihn gemäß dem TF1-Artikel wohl gar nicht selber als brutal bezeichnet. Sondern:
"Wir wissen, wozu der Übergang der Macht und die Brutalität führen werden. (Ich will) eine gesammelte Republik, eine friedliche Republik, eine Republik es Respektes, eine Republik, die jedem einen echten Wunsch der Zukunft gibt."

Interessant auch, was sie über die Arbeit sagt:
"Der Wert Arbeit ist kein künstliches Werk des Diskurses, der Wert Arbeit, das ist zuallererst die Arbeit nach ihrem Wert bezahlen." - Leistungsgerechte Bezahlung, Mindestlöhne... ein Themenkomplex, mit dem wir uns in Deutschland ebenfalls in letzter Zeit konstruktiv auseinander setzten.


Meine persönliche Meinung zu Ségolène Royal und Einschätzung zu dieser Wahl im Allgemeinen? Ich finde, die Frau schlägt sich wacker; bis auf wenige Prozentpunkte hat sie laut den Umfragen im Vorfeld bereits jetzt seit dem ersten Durchlauf ziemlich aufgeholt. Dennoch bleibt es spannend... Ich verfolge es interessiert, denke aber, dass ihre Chancen gegen den Mann, der im ersten Wahlkampf dem rechtsradikalen Le Pen versucht hat, Stimmen abzuringen, in dem er dessen Argumente verwendete (!), sehr gut stehen.

Karin 02.05.2007, 14.22 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Wie Bücher die Welt verändern können - Ideen und Betrachtungen

In Erowyinns Buchblog fand ich diesen schönen Bücherwurmtest, den ich natürlich gleich machen musste:

What Kind of Reader Are You?
Your Result: Dedicated Reader
 

You are always trying to find the time to get back to your book. You are convinced that the world would be a much better place if only everyone read more.

Obsessive-Compulsive Bookworm
 

Literate Good Citizen
 

Book Snob
 

Fad Reader
 

Non-Reader
 

What Kind of Reader Are You?
Create Your Own Quiz

Das Ergebnis deckt sich weitestgehend mit meiner eigenen Einschätzung bezüglich meiner Lesegewohnheiten.

Der Aussage kann ich ebenfalls nur zustimmen.
Denn so lange jemand liest, kann er nichts Dummes anstellen. Folglich gäbe es unter anderem auch weniger Straftaten, wenn mehr Menschen öfter lesen würden. ;-)
Und wenn sie dann noch qualitativ auf das achten, WAS sie lesen, würden sie dann durch das Gelesene dazu angeregt, auch im Alltag über alles Mögliche nachzudenken, zum Beispiel was und warum sie es tun oder warum sie was lieber lassen sollten.
So lernen also auch die Menschen, die sich zuvor nicht so intensiv mit Büchern befasst haben oder einen anderen Bildungshintergrund haben, allmählich immer mehr im großen Zusammenhang zu denken.
Das Kopfkino hilft dann nebenbei auch, Situationen im Geiste schon einmal vorzuspielen, um sich besser auf überraschende Gegebenheiten, auf Neues einstellen zu können. Es fördert die Fähigkeit, nach kreativen Lösungen zu suchen und kann auch Ängste mindern, die im täglichen Leben ab und an, wenn man es weiter denkt, auch zu Konflikten - etwa solchen mit dem sozialen Umfeld - führen könnten (wenn zum Beispiel Frust, Versagensängste und Minderwertigkeitskomplexe das Fass irgendwann zum Überlaufen bringen).

Also, ich wäre unbedingt dafür, einerseits Kinder so früh wie möglich - natürlich altersgerecht, ohne sie zu überfordern, und so, dass sie selbst die Freude daran entdecken - an die Bücherwelt (auch in Form von Hörspielen und Märchen) heranzuführen. Ich finde es schade, wenn ich sehe, dass immer weniger Kinder lesen - und sich dann spätestens im Grundschulalter bei zu geringer Förderung - und hier sind vor Allem die Eltern gefragt - zeigt, dass sie extrem große Probleme im Umgang mit der Sprache haben und das Lesen ihnen nun, während sie es lernen, extrem große Schwierigkeiten macht.
Der Sprachtest für Vierjährige ist zwar ein guter Ansatz - aber er kann nur dann etwas bringen, wenn daraus auch entprechend kontinuierlich und engagiert Konsequenzen von allen an der Kindererziehung Beteiligten, Eltern, ErzieherInnen im Kindergarten und Lehrern, gezogen werden.
Das Wichtigste darf aber dabei nicht vergessen werden und sollte nicht in irgendeinem künstlich geschaffenen Leistungsdruck (den es zu vermeiden gilt) untergehen: Die FREUDE an dem Buch, das ein Kind motivieren kann, selbst eines in die Hand zu nehmen und es nicht als Pflichtübung zu sehen.
Wie viele Eltern lesen ihrem Kind heute überhaupt noch vor (und zwar richtig lebendig, nicht einfach nur heruntergerasselt, vielleicht noch mit gestischer oder akustischer Untermalung, Gegenstände zu Hilfe nehmend, usw.), und später dann gemeinsam mit dem Kind? Oder wie wär's mal, eine gelesene Geschichte mit dem Kind / den Kindern nachzuspielen, oder das Kind dazu anzuregen, sie gemeinsam mit seinen Spielkameraden und Geschwistern nachzuspielen oder weiterzuspinnen? Es gibt sooo viele Möglichkeiten, einem Kind Bücher überhaupt schmackhaft zu machen...

Und jetzt noch zum "Andererseits" (zweiter Aspekt): Sollte es irgendwann ein Projekt geben, um das Lesen / den Auf- und Ausbau und die Erhaltung von Bibliotheken in den Gefängnissen fördert, wäre ich unbedingt dafür! Finanziert werden könnte dies ja über eine höhere Besteuerung bei Menschen, die sowieso schon viel zu viel Geld für sich haben - sollten die doch etwas von ihrem Kuchen zumindest indirekt dem Gemeinwohl zufließen lassen und dafür auf zwei oder drei von ihren fünf Häusern (z.B.) verzichten; das würde ihnen bestimmt nicht weh tun. ;-)
Doch, ich bin überzeugt, lesen könnte ein weiterer Schritt (natürlich nicht der einzige, ich will nicht behaupten, Lesen würde Therapien und die notwendige fachliche Betreuung ersetzen - aber es könnte diese sinnvoll ergänzen) sein, die straffällig Gewordenen auf den rechten Weg zurückzuführen. Weil sie dann mehr - letztlich auch über ihr Handeln - nachdenken würden, und weil sie dann mitunter auch nach und nach begreifen würden, dass es auch andere Lösungen für ihre Probleme, für innere und äußere Konflikte gibt als etwa die Gewalt.
Ein Sträfling, der liest, würde denke ich auf lange Sicht nicht mehr so schnell die Faust gegen andere erheben und würde vielleicht nicht mehr so sehr den Drang verspüren bzw. ihm nachgeben, psychische Gewalt über andere auszuüben, um sich selbst zu erheben. Stattdessen würde er seinen Kopf einsetzen, den größeren Zusammenhang sehen und nach anderen - friedlichen - Lösungen suchen.

Ja, ich denke auch, dass Bücher gewissermaßen "die Welt verbessern" könnten - zumindest, wenn man sie praktisch zur Erreichung dieses Ziels nutzt.
Anfangen könnte man bei denen, denen die Zukunft "gehört": den Kindern. Hier sind ja bereits gute Ansätze vorhanden, die nur konsequent fortgeführt werden müssten.
Und dann auch an die denken, an die sonst kaum einer mehr denkt (und dann wundert man sich, wenn so viele rückfällig werden...), die abgerutscht sind und eine zweite Chance ganz dringend bräuchten.

Karin 13.04.2007, 00.58 | (0/0) Kommentare | PL

Arbeitslose Akademiker und die Folgen

Auch Akademiker bleiben vom Schicksal der Arbeitslosigkeit hier in Deutschland nicht verschont. Das ist ja eigentlich schon bekannt, aber wenn es sehr bedeutende und renommierte Wissenschaftler trifft wie den Planetologen aus Münster, der mit seinem Fachwissen auch nicht so leicht ersetzt werden kann, dann fragt man sich doch einmal mehr, wohin es mit dem Standort (auch Bildungs- und Wissenschafts-Standort) Deutschland geht - nämlich weiter abwärts.
Nun braucht sich wirklich keiner mehr zu wundern, dass so viele Spitzenforscher in die USA abwandern. Eigentlich haben wir uns ja schon lange nicht mehr gewundert, aber das zeigt es einmal mehr.
Nun gut, immerhin wurde letzte Woche im Bundestag das Gesetz verabschiedet, das die Weiterbeschäftigung von Forschern nach dem Auslaufen befristeter Dozentenstellen erleichtern soll. Im März wird es in Kraft treten. Die Mühlen der Politik mahlen bekanntlich langsam, aber besser, als wenn sie eines Tages ganz stehen blieben.



Vielleicht wird jetzt auch noch besser verständlich, warum ich für mich keinen Sinn darin sehe, an meine qualifizierte Ausbildung noch ein Studium dranzuhängen. Die immensen Kosten (und der Bildungskredit würde ja lediglich die Studiengebühren abdecken, nicht aber alles andere, einschließlich Lebenshaltungskosten) wären weitaus höher als der mutmaßliche, sehr fragliche Nutzen für die Zukunft.
Ein Studium auf Pump, und danach die Schulden nicht abbezahlen können, weil ich - egal wie gut ich bin - wieder in die Arbeitslosigkeit entlassen würde? Nein danke, das muss nicht sein.
Und auch nur deshalb studieren, um eine Lücke im Lebenslauf zu füllen, nur um es dann abzubrechen, wenn sich doch noch ein vernünftiger Job ergibt, erscheint mir nicht erstrebenswert (denn wenn es dann mit diesem Job ebenfalls nichts würde, stände ich als Studienabbrecherin genauso schlecht da wir vorher).
Dann lieber die Zeit nutzen, um weiter nach einem Job zu suchen, in dern Hoffnung, irgendwann einen zu finden. Was bleibt mir schon anderes übrig? Einfacher wird es sowieso nicht...

Diese Konsequenz hört sich freilich ziemlich krass an. Wenn alle jungen Menschen so denken würden, würde es möglicherweise in der deutschen Hochschullandschaft NOCH schlechter aussehen als ohnehin.
Aber immerhin verdeutlicht mein Beispiel vielleicht etwas, wohin das alles noch führen könnte. Auch, wohin das führen könnte, wenn diese allgemeine Hoffnungslosigkeit im Land anhält. Darauf kann man nichts innovativ aufbauen.

Karin 25.01.2007, 19.05 | (0/0) Kommentare | PL

Gute Nachrichten

  • Deutsche Unternehmen werden immer familienfreundlicher oder zumindest sind deutliche Verbesserungen zu verzeichen
  • In einem NRW-Schulprojekt sollen Senior-Experten ihr Praxiswissen an die Schüler weitergeben

Karin 21.12.2006, 08.06 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Schularchitektur und mehr

Bei Tirilli las ich einen Beitrag über die Einflüsse von Architektur auf die allgemeine Grundstimmung der Menschen. Ohne meine Meinung zu wiederholen, die ich dort schon erläutert habe, möchte ich dem noch hinzufügen, dass meine ehemalige Schule, wo ich mein Abi gemacht habe, je nach individueller Empfindung äußerlich auch nicht gerade einladend aussieht. Diese schwere, alte (für manche vielleicht irgendwie "grau" wirkende) Steinarchitektur, die - früher noch mehr - teils noch von riesigen Bäumen des anliegenden Parks verdeckt wird, entspricht sicherlich nicht jedermanns persönlichem Geschmack, schon gar nicht Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren, die Altersgruppe, die sich täglich in diesem Gebäude einfindet, um dort unterrichtet zu werden.
Und trotzdem gab es dort bisher noch keinen einzigen schlimmen Zwischenfall wie solche, von denen in letzter Zeit verstärkt berichtet wurde.
Es spielen da eben sooo viele Faktoren mit hinein... Aber Rückschlüsse von der Architektur auf die allgemeine Grundstimmung zu schließen, halte ich einfach für zu pauschal.
Wichtig ist beispielsweise vor Allem, wie die Schüler betreut werden. Ob es genug Projekte gibt, wo sie sich auch (kreativ, sportlich oder sonstwie) ausdrücken können. Dass sie ausreichend in ihren individuellen Talenten gefördert und auch angespornt werden.
Aber auch, dass es entsprechende Ansprechpartner gibt, an die die Schüler sich wenden können, wenn es ein Problem gibt oder ihnen etwas auf der Seele drückt.
Ohne jetzt Werbung für meine Schule oder gar für das belgische Schulsystem im Allgemeinen machen zu wollen (wenngleich es meiner persönlichen Auffassung nach deutliche Vorteile gegenüber dem deutschen hat, zum Beispiel auch in Hinblick auf die Lerndisziplin), kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen, dass diese Punkte und Voraussetzungen dort hinreichend gegeben sind.
Auch in Hinblick auf Hilfestellung, sei es in Form von Hausaufgabenhilfe, oder durch besonderes Engagement von einzelnen Lehrern, wenn Schüler nicht so mitkommen oder Probleme mit dem Unterrichtsstoff haben, ist diese Schule sicher vorbildlich. Ich glaube nicht, dass da so schnell irgendeiner aus dem Netz herausfallen könnte...
Sicher, der Leistungsdruck ist da. Aber es gibt als Schüler auch Möglichkeiten, geholfen zu werden, wenn man sie nur in Anspruch nimmt.
Im Rückblick wird mir sogar noch bewusster, was für ein Glück ich gehabt habe, dort zur Schule gegangen sein zu dürfen. So lange man selbst zur Schule geht, ist einem das oft nicht in dem Maße klar, weil man zu sehr drinhängt und mit seinen eigenen Problemchen zu kämpfen hat.
Aber im Nachhinein bin ich schon DANKBAR, dass ich dort zur Schule gehen durfte. Auch wenn ich, wenn ich nochmal zur Schule gehen müsste/dürfte, so einiges anders machen würde.

Karin 29.11.2006, 22.22 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

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Ralph Waldo Emerson (1803-1883)







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der seinen Weg im Mondlicht findet,
und die Morgendämmerung
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Oscar Wilde (1854-1900)


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Dante Alighieri (1265-1321)


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